„Im Interview mit …“ – Wie ich meinen Charakteren näher kommen kann!

Vor einigen Jahren hatte ich mal das Problem, dass ich mit einer Hand voll Charaktere nicht richtig warm geworden bin. Sie tauchten alle auf einmal auf, hatten nur recht spärliche Steckbriefe und ich hatte nicht die Chance, sie wirklich kennenzulernen. Ich wünschte mir, mich einfach mal mit ihnen unterhalten zu können, als säßen sie direkt neben mir. Daraufhin habe ich mir eine neue Technik angeeignet. Das „Im Interview mit …“-Projekt, erwies als unglaublich praktisch.

Wer sich schon mal ans freie Schreiben gewagt hat, wird sich schnell mit dieser Technik anfreunden können. Es geht hierbei im Grunde um nichts anderes. Ihr widmet euch einem Interview mit euren Charakteren, indem ihr den Stift einfach fliegen lasst, ohne lange darüber nach zudenken (oder eben in die Tasten haut).
Wie jedes Interview, braucht auch dieses eine gewisse Aufwärmphase. Es ist ratsam mit Kleinigkeiten anzufangen, über die ihr euch durchaus im Klaren seid. Oder mit Floskeln: „Wie geht es dir?“. Wichtig ist nur, dass ihr nicht anfangt über das, was ihr schreibt, nachzudenken. Einfach schreiben und es werden sich euch ungeahnte Abgründe öffnen – wenn ihr bereit für so viel Verrücktheit seid. Denn verrückt werdet ihr euch dabei sicher vorkommen – so ging es mir zumindest nach dem vierten Interview mit „mir selbst“.
Sobald der Text ins Stocken gerät und ihr anfangt nachzudenken, „verabschiedet“ ihr euch von eurem Charaktere und beendet das „Gespräch“. Manchmal kommt es auch vor, dass die Charaktere das übernehmen. Es passieren die lustigsten Sachen bei einem solchen Interview.
Einer meiner Charaktere hat mir dabei mal klar gemacht, dass er mit seinem Namen gänzlich unzufrieden war. Er bekam einen neuen und dann lief es. Ein anderer entpuppte sich als komplett anderes Wesen (was seine Charaktereigenschaften angeht). Das erwies sich dann als etwas komplizierter, weil ich einfach auf einen Bösewicht angewiesen war. Dumm gelaufen. Er hat mich davon überzeugt, dass er gar nicht so grausam ist.

Diese Kleinigkeiten und vieles mehr können bei einem Interview wie diesem rauskommen. Und wenn nicht, dann war es zumindest eine weitere Erfahrung, eine spannende Unterhaltung oder zumindest eine kleine Fingerübung für zwischendurch 😉
Mir hat diese Vorgehensweise eine Zeit lang wirklich sehr geholfen, deshalb wollte ich sie mit euch teilen. Habt Spaß mit euren Charakteren, lernt sie besser kennen und werdet vor allem leichter mit ihnen warm! Einen schönen Ostermontag wünschen

Toni & Cassio

~*~

Cassio: Sie werden dich alle für verrückt halten.
Toni: Ich bin verrückt.
Cassio: Stimmt.

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