Das Konzept

Einen wunderschönen guten Morgen, meine Lieben. Bevor es mit dem Konzept weitergeht, möchte ich euch nur kurz versichern, dass ich euren Wunsch nicht vergessen habe. Ich werde euch bald einen Teil aus einem „Interview mit …“ zeigen. Allerdings konnte ich noch nichts spannendes finden, weshalb ich beschlossen habe, demnächst einfach mal ein neues zu machen. Daran werde ich euch dann teilhaben lassen. Momentan fehlt mir leider die Zeit dafür, also habt noch etwas Geduld 🙂

~*~

Nicht jeder Autor schwört auf ein ausgereiftes Konzept. Es gibt viele, die ohne Plot schreiben und trotzdem Erfolg ab. Hut ab! Ich kann das nicht. Früher habe ich so gearbeitet. Ich hatte eine Grundidee (manchmal nicht einmal das) und habe losgeschrieben. Ohne Charakterentwicklung, ohne großen Plan. Das Ergebnis war, dass ich entweder die Lust verlor, weil ich nicht mehr wusste, wo ich überhaupt hin wollte, oder mich so sehr verstrick habe, dass das ganze Skript nur so vor Logikmängeln und Sackgassen triefte. Typische Fälle von „gewollt und nicht gekonnt“.
So etwas ist demotivierend, frustrierend und letzten Endes sinnlos.

Obwohl „sinnlos“ natürlich das falsche Wort dafür ist. Immerhin habe ich daraus gelernt und vielleicht lag gerade darin der Sinn. Wie dem auch sei …

Heute weiß ich es besser und schreibe einen Plot. Ich erarbeite mir ein Konzept, obwohl ich genau weiß, dass ich öfter als einmal davon abweichen werde. Meine Charaktere entwickeln häufig ein Eigenlegen, aber dazu später mehr. An diesem Punkt meines Leitfadens habe ich schließlich noch gar nicht mit dem Schreiben begonnen.

An erster Stelle steht meistens ein Brainstorming. Das fällt weg, wenn die Idee am Anfang schon kein kleiner Sprössling mehr war, sondern ein ausgereifter Handlungsstrang. Inzwischen mache ich dieses Brainstorming überwiegend im Kopf.

Schritt 1 – Der „Rote Faden“
Unter dem „Roten Faden“ versteht man dein Hauptstrang der Geschichte. Die Handlung, die sich von Anfang bis Ende durchzieht. Auf ihm basiert die ganze Geschichte. Er hat Höhen und Tiefen, den einen oder anderen Knotenpunkt, an dem entscheidende Schlüsselszenen zu finden sind und, und, und …
Dieser Faden ist das erste, was ich festlege. Wo geht es los? Wo will ich hin? Wie komme ich dahin?!
Auf dem Weg von der Startlinie bis zum großen Ziel, baue ich so viele Hürden wie nötig ein, um es spannend zu halten. Die Geschichte eines Mannes, der zum Becker geht, ist nicht interessant. Die Geschichte eines Mannes, der zum Becker geht und dabei von einem Hund gejagt wird, schon eher. Und um es noch spannender zu machen, jagt der Hund ihn vielleicht in die entgegengesetzte Richtung. Auf einen Schrottplatz, wo noch weitere Hunde auf ihn warten.
Doch warum jagen die Hunde ihn? Vielleicht hat er Speck in der Tasche oder sein Sohn hat seine Hose in Hackfleisch eingeweicht.
Ich überlege, was dem Mann noch alles zustoßen kann, bis er endlich den Becker erreicht hat. Das Letzte, was ich will, ist, dass meinen Lesern langweilig wird.

Schritt 2 – Nebenstränge
Dem Hauptstrang ein paar Schlaufen zu verpassen ist ja schön und gut, aber es geht noch aufregender und „erfüllender“: Keine Geschichten ohne Nebenstrang. Unser roter Faden kann sich ruhig teilen und verschiedenen Personen folgen, um sich dann wieder zusammenzufügen. Oder es lösen sich kleine Stränge und verfolgen ganz eigene kleine Geschichten. Sie sollten allerdings spätestens auf den zweiten Blick etwas mit der Grundidee zu tun haben, oder irgendeinen anderen Sinn erfüllen.
Zum Beispiel könnte unser von Hunden gejagter Mann einer Frau begegnen, die ebenfalls gejagt worden ist. Gemeinsam verstecken sie sich vor den Vierbeinern. Entweder ist das Teil der Hauptgeschichte, oder eine süße kleine Nebenromanze, die kaum noch von Bedeutung ist, wenn unser Protagonist endlich sein Ziel erreicht hat.

Nicht das Ziel aus den Augen verlieren!
Trotz verschiedener Handlungsstränge, darf man sein eigentliches Ziel nie aus den Augen verlieren. Unser Mann ging los, um Brötchen beim Becker zu besorgen. Unser Ziel ist es, ihn dort hinzubringen. Selbst wenn sich jetzt eine Romanze zwischen ihm und der Frau entwickelt, darf es nicht darauf hinauslaufen, dass die beiden sich für immer finden, heiraten, Kinder kriegen, ein Haus kaufen und sich einen Hund zulegen. Zumindest nicht, bevor er nicht endlich seine Brötchen gekauft hat!

~*~

An dieser Stelle seid ihr wieder gefragt: Auf welche Punkte soll ich in den nächsten Artikeln näher eingehen? Was liegt euch besonders am Herzen? Was interessiert euch besonders? Das Brainstorming? Wie so ein Plot bei mir aussieht und was alles schief gehen kann? Ich bin gespannt auf eure Wünsche 🙂

Zur Übersicht der Serie

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