Rezension: „Der Tod und die Diebin“ von Swantje Berndt

Düster, erotisch und unheimlich gut!

DerTodunddieDiebin_SwantjeBerndt

Autorin: Swantje Berndt
Verlag: Sieben Verlag
Seiten: 212
Gelesen: eBook

Die Autorin
Swantje Berndt wurde 1970 in Kassel geboren, zog während des Studiums in Deutsch und Chemie von Göttingen nach Berlin, um schließlich in einer hübschen Kleinstadt im Teltow Fläming mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, zwei Beaglen und einem rotgetigerten Kater Wurzeln zu schlagen. Zwischen Rapsfeldern, Windrädern und einem endlosen Horizont werden die Geschichten von bedingungsloser Liebe, tödlicher Gefahr und dem Streben nach unbegrenzter Freiheit gesponnen und zu Romanen verwoben, die über bedruckte Seiten den Hauch des Fantastischen in die reale Welt tragen. Neben dem Schreiben interessiert sich die Autorin für Tanzen, Yoga, gute Geschichten mit tiefen Gefühlen und alles, was ihr Einblick in die Seelen und Gedanken der Menschen und damit ihrer Helden verschafft.
(Quelle: Sieben Verlag)

Der Klappentext
Wer zum ältesten Syndikat der Welt gehört, sollte sich nicht in sein potenzielles Opfer verlieben. Daniel Levant ist ein Wiedergeborener, der sich Leben für Leben an die Bruderschaft der anonymen Meister bindet. Als er auf die Diebin Lucy Sorokin angesetzt wird, gerät er an die Grenzen seiner jahrhundertealten Disziplin. Fasziniert ihn zunächst ihre Skrupellosigkeit, muss er bald erkennen, dass Lucy sein Herz gestohlen hat.
Lucy ist Diebin aus Leidenschaft. Dass sie ausgerechnet dem Nachkommen eines gefallenen Engels einen magischen Ring stiehlt, wird für sie erst zum Problem, als der Nephilim den anonymen Meister Daniel auf sie ansetzt.

Das Buch
Da dies nicht das erste Buch war, das ich von der Autorin gelesen habe, bin ich nicht ganz ohne Erwartungen an dieses herangetreten. Die Autorin hat mich schon einmal mit unverwechselbarer Wortwahl, lebendigen Charakteren und atemberaubender Spannung in ihren Bann gezogen. „Der Tod und die Diebin“ hat meine Erwartungen nicht enttäuscht. Swantje Berndt liefert eine steile Spannungskurve, die einen kaum mehr loslassen will. Während mich am Anfang hauptsächlich die Charaktere gefesselt haben, konnte ich das Buch der Story wegen zum Schluss kaum mehr aus der Hand legen.

Daniel Levant, der sanfte Tod, hat ein paar Seiten gebraucht, bis er mich vollends überzeugen konnte. Aber seine anfänglich etwas depremierte Ader wird schnell von seiner Leidenschaft in den Schatten gestellt. Als „Wiedergeborener“ kehrt er nach dem eigenen Tod immer wieder ins Leben zurück, was ihm nicht jedes Mal gefällt, zumal eine geheimnisvolle Bruderschaft ihm ständig im Nacken sitzt und ihn daran erinnert, dass er seinem Schicksal nicht entkommen kann.

Lucy Sorokin hingegen hat mir von Anfang an gefallen. Schon in ihrer ersten Szene, in der wir sie als überragende Diebin, der jedes Mittel recht ist, erleben, ließ mich breit grinsen. Sie war so lebendig, dass ich beim Lesen oft das Gefühl hatte, direkt neben ihr zu stehen. Gut, dass ich mit allen Wassern gewaschen bin, denn dieser Umstand hätte mir andernfalls in so mancher Szene die Schamesröte ins Gesicht getrieben.

Die Szenen, in denen die beiden sich näher kommen, haben es in sich, sind aber in einem angenehmen Gleichgewicht zum Rest der Geschichte gehalten. Prickelnde Erotik herrscht jedoch praktisch die ganze Zeit über, in der die zwei Protagonisten sich auf derselben Bühne befinden – egal ob in Gesellschaft oder trauter Zweisamkeit.

Nicht nur „die Guten“ haben meine Leidenschaft für spannende Charaktere befriedigt. Auch die andere Seite wird in diesem Buch mal wieder grandios zur Schau gestellt. Besonders Kolja, jener „gefallene Engel“, der schon im Klappentext erwähnt wird. Normalerweise hat jedes Böse auch einen Hauch des Guten in sich. Etwas, dass seine Grausamkeit erklärt oder Mitleid erregt. Kolja allerdings ist … einfach nur böse. Swantje Berndt hat mit diesem Charakter das optimale Grauen für ihre Geschichte geschaffen, nur noch zu übertreffen von Koljas eigenem Vater – vielleicht.

Auch die Nebencharaktere waren wieder sehr lebendig. Für Lucys Freund Ethan brauchte es nur wenige Zeilen, damit ich ihn mir vom Haaransatz bis hin zu seinen Zehen genau vorstellen konnte. Genauso Jade, eine etwas durchgeknallt wirkende junge Frau, die einen Hang zum Übersinnlichen hat und (leider) nur sporadisch auftaucht, dabei aber jedes Mal für ein Schmunzeln sorgt.

Fazit
Swantje Berndt schafft es, den wohl offensichtlichsten Konflikt, den ein Mensch haben kann, aufregend und fesselnd zu gestalten. Tod oder Liebe? Das Ergebnis liegt auf der Hand und trotzdem fiebert man bin zum Schluss ungeduldig mit. Die Protagonisten werden, wie es sich gehört, in aussichtslose Situationen geschubst, gequält und für ihren Kampf ebenso belohnt, wie der Leser für seine strapazierten Nerven.
Lebendige Charaktere, prickelnde Erotik und eine Spannungskurve, die in den Himmel schießt! „Der Tod und die Diebin“ bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung und

5/5 Sterne
Danke für dieses neue Abenteuer, liebe Swantje!
Ich freue mich schon auf den nächsten Band 🙂

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2 Gedanken zu “Rezension: „Der Tod und die Diebin“ von Swantje Berndt

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