Blogtour: Autoren befragen Autoren

Swantje Berndt hat mich erwischt! Von ihr stammen diese 11 Fragen, die ich natürlich gerne einmal beantworte 🙂 Auf Grund von mangelnder Zeit werde ich mich aber in Punkto Verteilung aus dieser Tour heraushalten.

1. In welchem Moment deines Lebens ist dir klargeworden, dass du eine Geschichte schreiben willst/musst?
Das weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich habe so früh mit dem Schreiben angefangen … Schon zu Grundschulzeiten habe ich meine erste Kurzgeschichten verfasst und von einem ganz eignenen Buch geträumt.

2. Wenn du im Schreibfluss bist, wie gehst du mit Störungen von außen um?
Meistens fange ich an zu knurren und ärgere mich. Aber es kommt natürlich immer auf die Situation an. Während ich das Telefon gerne ignoriere, meinen Mann mit erhobener Hand zum Warten auffordere oder grummelnd meine Arbeit unterbreche, muss ich bei meiner Tochter (ein Jahr alt) natürlich gleich ragieren. Meistens zerren mich kleine Störungen aber nicht aus meinem Schreibfluss. Danach setze ich mich einfach wieder, blende die Welt aus und setze da an, wo ich aufgehört habe. Übungssache 🙂

3. Du zerplatzt vor Glück aber auf deinem Tagesplan steht der Höhepunkt des Leidens deines Helden/ deiner Heldin. Wie bringst du dich in die richtige Stimmung oder verschiebst du die Szene auf einen anderen Tag und schreibst eine lustige Kurzgeschichte?
Hm … Das ist schwer zu sagen. Wenn ich vor Glück zerplatze, dann hat das meistens einen Grund. Hat dieser Grund nichts mit meiner Geschichte oder dem Schreiben allgemein zu tun, widme ich mich lieber meinem Glück, als es krampfhaft vertreiben zu wollen. Wenn ich aber nun aus irgendeinem Grund in eine solche Stimmung kommen muss – nunja … Dann bin ich es halt einfach. Ich kann auch lachend eine Sterbeszene schreiben oder weinend vom größten Glück berichten, auch wenn das nicht immer leicht ist. Szenen überspringen tue ich nur äußerst ungerne.

4. Wie oft bist du beim Schreiben eines Exposés schon verzweifelt?
Ehrlich gesagt noch nicht sehr oft bis gar nicht. Meine Exposés bestehen aus einer korrigierten und verkürzten Fassung meines Plots (der im Regelfall natürlich schon vor der Geschichte fertig ist). Brauche ich dann ein Exposé, wird das ganze „hübsch“ gemacht, korrigiert und für Außenstehende verständlich gemacht.

5. Sind dir deine Protagonisten schon mal im Traum erschienen und haben dir vorgeworfen, du hättest sie völlig falsch dargestellt?
*lacht* Oh ja! Zumindest so etwas in der Art. Direkt im Traum habe ich sie nur in ihrer Geschichte erlebt. aber hin und wieder, während ich schreibe oder über das aktuelle Projekt nachdenke, höre ich aufeinmal meine Charaktere, als säßen sie mir in der Ohrmuschel. Dann beschweren sie sich, über den Werdegang der Geschichte oder machen mir klar, dass sie niemals so handeln würden. Ich hatte es sogar schon mal, dass ich auf diese Weise ein Problem im Skript lösen konnte, weil mein Prota „gesagt hat“: Ich würde das folgender Maßen machen …

6. Wenn du die erste Idee zu einer Geschichte hast, lässt du dann alles andere liegen und hältst sie fest oder schreibst sie vielleicht sogar sofort? Oder schiebst du sie in eine Ecke deines Kopfes und wartest, bis dein aktuelles Projekt abgeschlossen ist?
Ich habe immer ein kleines schwarzes Notizbuch in meiner Nähe. Wenn ich spontan eine Idee habe, dann wird erstmal alles stehen und liegen gelassen. Die Idee wird ins Büchlein übertragen und je nach dem, ob sie mich danach wieder loslässt oder nicht, widme ich mich ihrer Umsetzung/Ausarbeitung gleich oder erst, wenn das aktuelle Projekt beendet ist. Allerdings muss ich zugeben, dass letzteres meist nur ein guter Vorsatz ist.

7. Wie gehst du mit Schreibblockaden um?
Ich ignoriere sie, so gut ich kann. Aber manchmal muss man sich einfach ein paar Tage kreativer Pausen gönnen. Ich glaube, dass ist unumgänglich.

8. Was motiviert dich wieder, wenn die Geschichte hängt, der Plot nicht funktioniert oder du dich fragst „Was soll der ganze Quatsch eigentlich?“
Der Plot! Ich schaue mir den Plot noch mal an: Wo komme ich her, wo bin ich, wo will ich hin … Und wenn das nicht hilft, dann stelle ich meine Idee einer Freundin vor. Es hilft immer, wenn man ein bisschen reden kann. Und dazu sind Freunde schließlich da, oder? Zur Motivation 😉

9. Nenne 3 Gründe, warum du das Schreiben niemals aufgeben würdest.
Ich funktioniere nicht, wenn ich nicht schreibe; ich liebe schreiben; ich muss meine Ideen irgendwie auch wieder loswerden.

10.Nenne 3 Gründe, warum du es gedanklich schon zig mal an den Nagel gehangen hast.
Hm … Eigentlich gibt es nur zwei: Selbstzweifel, die wohl jeder Autor kennt (oder kennen sollte) und Zeit!

11.Welchen deiner Protagonisten magst du am liebsten und welchen verabscheust du am meisten?
Am meisten lieben ich immer den aktuellen und verabscheuen tue ich keinen meiner Protagonisten. Sie sind ein Teil von mir – in gewisser Weise – und nicht einmal der finsterste Bösewicht könnte es schaffen, mich vollends zum Hass auf ihn zu zwingen.

~*~

Danke, liebe Swantje 🙂 Das war wirklich ein schönes Interview. Ich bin gerne bereit, wieder Fragen zu beantworten. Wenn also noch jemandem etwas auf dem Herzen liegt: Immer her damit!

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Veröffentlicht in: News

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