[Tutorial] Ein Kontinent entsteht (Part 1: Grundriss und erste Berge)

WeltkarteNorden alt

(Anm.: Dies ist ein „Tutorial für Dummies“ und wirklich nur für Anfänger geeignet, die noch nie mit einem Programm wie GIMP gearbeitet haben und auf der Ebene der Grafikentwiklung am Computer vollständig neu anfangen!!!)

Da inzwischen hin und wieder angefragt wurde, wie ich meine Karten erstelle, habe ich beschlossen, euch ein kleines Tutorial zu erstellen. An sich ist es ganz einfach und erfordert nicht mehr, als die Fanatsie, die ihr auch nutzt, wenn ihr die Karten von Hand zeichnet. Okay, ein entsprechendes Programm wäre von Vorsteil, denn bevor ihr es mit Paint macht, wäre ein anderes Programm doch angesagt. (eine anständige Karte mit MS Paint zu erstellen IST möglich, aber eine ganz andere Form von Kunst, die gewiss NICHT schnell geht!)
Ich persönlich arbeite mit Photoshop, aber da es sich dabei nicht um ein freierhältliches Grafikprogramm handelt, das sich jeder leisten kann/will, werde ich dieses Tutorial auf GIMP basieren lassen. Dazu vorweg: Ich habe noch nie wirkich ausgibig mit GIMP gearbeitet. Demzufolge kann es durchaus angehen, dass es auch einfachere/bessere Wege gibt, um an sein Ziel zu kommen. Ich will nur einen kleinen Denkanstoß und die Grundelemente erklären 🙂

Fangen wir also an …

Zunächst braucht ihr natürlich das entsprechende Programm. Ich arbeite mit dem gerade frisch installierten GIMP 2.8.6 (CHIP Online) (oder direkt von der GIMP-Seite: HIER). Die Installation ist einfach und problemlos. Also haut rein!

Das Erstellen der Karte – Schritt für Schritt

Weil es immer ziemlich langweilig ist, erst die gesamte Oberfläche zu erklären (und wohl auch langweilig, erst diese ganzen Erklärungen lesen zu müssen), werde ich gleich loslegen und mich auf paralleles Erklären fixieren. So braucht ihr nur Schritt für schritt mitzumachen. wenn ihr mit Farben, Formen und Namen variiert, dann erhaltet ihr trotzdem ein ganz eigenes Ergebnis. Und erstmal geht es schließlich nur um das Verständnis 😉
(Zum vergrößern einfach auf das jeweilige Bild klicken.)

01_neue dateiZunächst erstellen wir eine neue Datei. Ich habe mir oben aus dem reiter einfach das Format DIN A 4 ausgesucht und auf „Querformat“ geklickt. Dann auf „OK“ und ihr habt die Basis eurer neuen Welt … Naja, fast. Jetzt geht es natürlich erst WIRKLICH ans Eingemachte.

Als nächstes ist euer Hintergrund an der Reihe.01_Hintergrundfarbe Dazu wählt ihr das „Füllenwerkzeug“ aus eurer Liste aus (bei mir ganz links – der erste rote Kasten). Indem ihr auf die Vordergrundfarbe klickt (standardmäßig schwarz) gelangt ihr zu einer Farbauswahl. Hier wält ihr euch z.B. ein schönes Blau für euren Ozean. Natürlich muss nicht auf jeder Karte ein Ozean zu sehen sein, aber wir gehen jetzt einfach mal davon aus. Füllt also euer gesamtes Dokument mit dem ausgewählten Blau, indem ihr mit dem Füllwerkzeug einfach in die weiße Fläche klickt.

03_neue ebeneJetzt ist es wichtig, dass ihr eine neue Ebene erstellt. Grafikprogramme wie GIMP haben nämlich den entscheidenen Vorteil, dass man auf verschiedenen Ebenen malen/zeichnen/arbeiten kann. Auf dem Papier muss man wegradieren oder von vorne beginnen. Hier kommen gewisse Dinge einfach auf eine neue Ebene und können so nach belieben einzeln gelöscht, bearbeitet, ausgeblendet oder sonst was werden. Ihr werdet den Vorteil der Ebenen zu schätzen wissen, wenn ihr einmal vergesst, auf einer neuen Ebene weiterzuarbeiten 😉
Unsere erste neue Ebene, die nun über dem Hintergrund liegen soll, nennen wir einfach „Kontinent“. Sie hat automatisch dieselbe Größe, wie euer Dokument. Als Hintergrund für diese Ebene lasst ihr das vorangewählte „Transparent“ einfach bestehen. Wenn ihr nun auf „OK“ klickt, passiert augenscheinlich noch gar nichts, aber eure Ebenenliste (rechts) hat sich verändert.

04_der GrundrissNun ist der Grundriss eures Kontinents an der Reihe. Dazu wählt ihr als erstes eure eben erstellte Ebene „Kontinent“ an und nehmt euch dann das kleine Lassowerkzeug aus der Liste am linken Rand. „Freie Auswahl“ nennt es sich, aber es sieht aus wie ein Lasso 😉 Damit zieht ihr den groben Umriss eures Kontinents in den blauen Bereich. Es muss noch nicht 100% exakt sein. Wir können die endgültige Form jeder Zeit wieder ändern.

05_Grundriss2Wenn die Auswahl getroffen ist, dann wählt ihr erneut das „Füllenwerkzeug“ vom Anfang und ändert wieder die Vordergrundfarbe. Dieses Mal nehme ich ein sandiges Gelb. Jetzt einfach in den markieten Bereich klicken und dabei unbedingt darauf achten, dass ihr euch auf der „Kontinent“-Ebene befindet. Diese Sandfarbe soll also komplett alleine auf der Ebene sein.

JETZT ist die Basis für eure Karte tatsächlich gelegt. Ihr habt Wasser und darauf eine Insel. Aber wirklich spannend sieht das ganze noch nicht aus. Deswegen werden wir nun ein paar Berge hinzufügen. Dafür erstellen wir noch eine neue Ebene und nennen sie „Berge“ …

Berge, Wälder und … Punkte

06_MaskeDamit wir weiterhin nur auf unserem Kontinent arbeiten, nutzen wir unsere immer noch bestehende auswahl jetzt, um die eben „Berge“ zu maskieren. Dazu klickt ihr mit der rechten Maustaste auf die „Berge“ und wählt den Punkt „Ebenenmaske hinzufügen“. Jetzt einfach „Auswahl“ ankreuzen und auf „Hinzufügen“ drücken. Neben eurer Ebene könnt ihr nun die Maske sehen, die genau so aussieht, wie eure „Kontinent“-Ebene – nur in schwarz-weiß. Alles, was auf dieser Maske schwarz ist, wird auf der dazugehörigen Eben verdeckt. Der weiße Bereich hingegen erscheint auf eurem Bild. Jetzt könnt ihr die Auswahl aufheben, indem ihr obn auf „Auswahl“ -> „Nichts“ klickt, oder einfach Strg+Shift+A drückt (ich bevorzuge Tastenkürzel).

Um euch zu zeigen, was die Maske jetzt genau bewirkt, hier noch einmal im Detail:

Mit Maske
08_maskenbsp

Ohne Maske (deaktiviert)
07_maskenbsp

Ihr seht: Die Maske verhindert, dass alles, was über den Rand des Kontinents hinausgeht, zu sehen ist. So sparen wir uns das ständige radieren und achtsame darauf Aufpassen, nicht überzumalen 😉

Vergessen wir den roten Strich und kommen wieder zu unserem eigenlichen Vorhaben: Die Berge!

09_die BergeHierfür wählt ihr euch das Stift-Werkzeug aus (alternativ könnt ihr es auch genauso machen, wie mit dem Kontinent: indem ihr das Lasso verwendet) und wählt eine graue Vordergrundfarbe aus. Ich persönlich arbeite normalerweise mit einem Grafiktablett, aber da dieses Tutorial für reine Neueinsteiger ist, mache ich es (wie ihr vermutlich auch) jetzt ganz tapfer mit der Maus. Auf der rechten Seite seht ihr eine Tabelle mit Pinselspitzen. Hier kann ich euch keine optimale Vorgabe geben. Probiert einfach ein bisschen aus. Links könnt ihr mit anderen Eigenschaften eures Stiftes spielen. Größe, Seitenverhältnisse, Winkel … Abgesehen von der Größe ersteinmal uninteressant. Probiert herum, bis ihr eure Gebirge gesetzt habt (ähnlich meinem grauen Kleks hier).

Wenn das getan ist, kümmern wir uns darum, dass das ganze etwas plastischer wird. Bei Photoshop kann man mogeln, aber bei GIMP will mir patout keine vergleichbare Option unterkommen. Also müssen wir den „3D-Effekt“ von Hand immitieren. Dazu erstellen wir – wer kann es erraten? Genau! Eine neue Ebene! Die nennen wir meinetwegen „Berge2“ Hier kommen Licht und Schatten rauf. Unsere „Berge2“-Ebene benötigt wieder eine Maske. Dieses Mal allerdings den Umriss von „Berge“.

10Dazu haltet ihr ALT gedrückt und Klickt auf die Ebenen-Vorschau von „Berge“. Eure Auswahl entsteht und wie schon zuvor könnt ihr die Ebenenmaske für „Berge2“ erstellen. (Rechtsklick auf die Ebene -> Ebenenmaske erstellen -> Auswahl -> Hinzufügen)
Und Schwupp! ist eure nächste Ebene Maskiert. Hier können wir jetzt nur noch dort malen, wo wir bereits den Grundriss für unsere Berge gesetzt haben. Die Auswahl wieder aufheben (STRG+Shift+A) und weiter geht’s …

Noch ein kleiner Tipp am Rande: Achtet nach dem Erstellen einer Ebenenmaske IMMER darauf, dass ihr beim weitermalen die EBENE und nicht die MASKE angewählt habt:

12Der weiße Rahmen zeigt euch, wo ihr euch befindet.

Jetzt ist also der plastische Teil der Berge an der Reihe. Wir wählen die Ebene „Berge2“ aus und greifen uns das Pinselwerkzeug. Jetzt kommen Deckkraft und Pinselspitzen wieder an die Reihe, denn ohne Grafiktablet kann das schon ein eganz schöne Fummelarbeit werden.
13Schritt 1: Die Lichtquelle setzen: Bei mir kommt das Licht von oben-links. Dementsprechend setze ich nun den Schatten meines Berges. erstmal nur ganz grob, indem ich einen weichen Pinsel mit geringer Deckkraft wähle. Natürlich müsst ihr eure Vordergrundfarbe auch ändern und ein dunkleres Grau auswählen. Achtung: Kein Schwarz, dann werden die Schatten schnell ZU dunkel! Seid noch nicht zu genau mit euren Kanten und Tiefen, es geht erstmal nur um das wirklich grobe.

14Als nächstes wählt ihr ein Grau, des HELLER als eure Gebirgs-Grundfarbe ist. jetzt sind die Lichter dran, denn auch hier sollte es Variationen geben. Um präzier arbeiten zu können, könnt ihr auch näher heranzoomen (roter Kasten auf dem Bild rechts). Jetzt sehen wir auch noch deutlicher, wie „schlecht“ unser Berg eigentlich noch ist. Und warum? Ganz genau: Die Ränder sind zu Hart und der Innenteil noch viel zu weich. So sieht kein Gebirge aus! Kümmern wir uns zunächst um den Innenteil. Dazu könnt ihr neue Ebenen erstellen (wieder mit der Gebirgsmaske), oder ihr bleibt einfach auf der Ebene „Gebirge2“. Ich für meinen Teil tue das jetzt, um das Tutorial nicht unnötig in die Länge zu ziehen.

15Mit dem Lasso zieht ihr jetzt sozusagen den Gebirgsgrat, also die höchsten Punkte eures Gebirges nach. die Auswahl schließt ihr großräumig auf der Schattenseite. Die Maske verhindert schließlich, dass wir auf unserer Sandfarbe pinseln können. Jetzt wählen wir wieder den Pinsel und ein dunkles grau aus (am besten ihr benutzt die Pipette, indem ihr bei angewähltem Pinsel STRG gedrückt haltet und auf eine Farbe klickt – dann wird die ausgewählte Farbe als Vordergrundfarbe genommen). Den Pinsel wieder kleiner stellen und erstmal an der Gratkante des Gebirges entlangzeichnen.

16Auch hier heißt es wieder: Rumprobieren, mit Pinselgröße und -deckkraft spielen und einfach versuchen. Dieses Mal baut ihr aber schon ein paar mehr Details ein, arbeitet nicht mehr ganz so grob. wenn ihr einigermaßen zufrieden seid, dann geht ihr auf „Auswahl“ -> „Invertieren“. Damit kehrt ihr die Auswahl um, sodass der Bereich, den ihr eben noch ausgewählt hattet, jetzt nicht mehr ausgewählt ist. Dafür aber der ganze Rest. So könnt ihr die andere Seite des Gebirges bearbeiten und das, was ihr eben mit den Schatten gemacht habt, nun mit den Lichtern wiederholen. Ähnlich wie bei dem schwarz gilt hier: lieber auf reines weiß verzichten, es wird sonst schnell ZU hell!

17Nachdem auch dieser Schritt getan ist, könnt ihr die Auswahl erstmal wieder aufheben (STRG+SHIFT+A) und euch das Gebirge ohne dieses Gekrissel ansehen. Hm … Besser, aber wirklich gut ist immer noch etwas anderes. Woran liegt es? Wenn man sich mal andere Karten von Bergen ansieht, kann man erkennen dass ein Gebirge immer mehr als eine von diesen Gratkanten hat. Wir brauchen also auch noch ein paar! Also Lasso zücken und noch noch einmal das ganze!

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Das kann, je nach Form und Größe des Gebirges, schon mal ein bisschen an Zeit in Anspruch nehmen. Aber das Ergebnis lässt sich auf jeden Fall schon mal sehen. Damit die Kanten jetzt nicht alle so hart und unnatürlich aussehen, wählen wir als nächstes den kleinen Tropfen – das „Weichzeichnen-Werkzeug“.

19Damit bekommt das ganze einen etwas weicheren und weniger pixeligen Look. Auch hier gilt wieder: Ausprobieren und mit Pinseln und Rate auf der linken Seite herumexperimentieren. Wenn ihr einigermaßen zufrieden seid, dann kümmern wir uns um den äußeren Rand des Gebirges. Dazu erstellen wir eine neue Ebene, die über all unseren Gebirgs-Ebenen liegt. Mit Hilfe eines weichen Pinsels, ein wenig Geduld und noch weniger Deckkraft, geht es dann daran, die Ränder und Kanten „überzupinseln“, bis euch der Übergang gefällt. Bei mir sieht das ganze jetzt so aus:

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22Das lässt sich doch schon mal sehen, oder? Aber es fehlt immer noch etwas: Nämlich ein bisschen Textur. Wir erstellen schon wieder eine neue Ebene, die über allem liegt (ohne jede Maske, denn Masken sorgen gerne für harte Kanten). und stellen diese Eben auf Multiplizieren. damit bewirken wir, dass alles, was wir auf diese Ebene Zeichnen sozusagen auf die darunter liegenden Ebenen „Projeziert“ wird. Sofort wir kein reines schwarz verwenden, bleibt das Bild unter dieser Ebene also trotzdem erhalten (schwer zu erklären und deshalb mal wieder etwas zum rumprobieren 😉 )

Für diese Ebene wählen wir uns jetzt einen Pinsel aus der Tabelle, der nach etwas struktur aussieht. Es ist nicht schlimm, wenn ihr dabei nicht außschließlich den Berg erwischt. Deswegen verzichten wir an dieser Stelle ja auch auf eine Maske: Um den Übergang nicht wieder zu zerstören.

23Damit habt ihr schon mal ein Gebirge, das auch nach einem Gebirge aussieht. Und so schwer war es gar nicht, oder? Wie immer heißt es natürlich „Üben, üben, üben“, aber man muss wirklich kein Profi sein, um Berge wie diesen erstellen zu können 😉 Wenn ihr noch nicht ganz mit den Farbgebung/dem Kontrast zufrieden seid, dann gibt es dafür auch eine einfache Lösung!

Wählt die Ebene „Berge2“ an, also die Ebene, auf der ihr am meisten mit Licht und Schatten gespielt habt, und geht dann oben auf „Farben“ -> „Helligkeit/Kontrast“. Ein wenig mit den reglern gespielt und ihr werdet sehen, wie sich das Gebirge verändert 🙂

Das war’s fürs Erste. Ich hoffe, dass euch dieses erste Tutorial helfen konnte, mit dem Bauen eurer Karten anzufangen! Wenn ihr mögt, zeigt mir gerne eure auf diesem Tutorial basierenden Ergebnisse, indem ihr sie in eurem eigenen Blog postet und den Kommentaren hier verlinkt. Ich würde mich freuen, wenn dieses Tutorial unter Anfängern seine Kreise zieht, also scheut euch nicht davor zurück, es selber zu teilen 😉

Nächstes Mal machen wir mit den Wäldern weiter, freut euch drauf!

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