[Tutorial] Ein Kontinent entsteht (Part 2.1: Gebirge und Co)

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Und schon geht es weiter. Heute wollen wir uns auf das Gebirge stürzen. Ich möchte euch zeigen, wie einfach es ist, mit Photoshop plastische Berge auf eure Karte zu setzen. dazu benötigen wir mal wieder die Pinsel, arbeiten viel mit der Deckkraft und führen einen neuen Ebeneneffekt ein, der sich „Abgeflachte Kanten und Relief“ nennt. Photoshop-kenner werden jetzt vielleicht sagen „WAS? Das ist doch gemogelt!“ Ich sage: „Nein. Damit machen wir uns nur zu Nutze, was uns zur Verfügung gestellt wird. Fangen wir also zunächst mit einer einfachen Gebirgslandschaft an. Dazu sucht ihr euch einen Teil eurer bereits erstellten Karte aus und erstellt eine neue Ebene über eurem Kontinent.

01Ich habe mich für diesen Abschnitt entschieden. Eine Gebirgskette soll jetzt die nördliche Spitze meines Kontinents vom südlichen Teil abtrennen. Es ist wichtig, das man sich vorab schon mal eine Vorstellung davon macht, wie das Gebirge verlaufen soll.

02Jetzt wählen wir einen „Krissel-Pinsel“ aus unserer Liste, stellen die Vordergrundfarbe auf auf schwarz und regulieren die Deckkraft unseres Zeichenpinsels auf etwa 15% runter. Ich nehme gerne den Pinsel im roten Kasten auf der rechten Seite. soweit ich weiß, ist das einer jener Standard-Brushes, die in so ziemlich jeder Photoshop-Version zu finden sind. Etwas vergleichbares geht aber auch. Wichtig ist, dass wir keine ZU sauberen Kanten haben.

Crashkurs: Pinselspitzen selber erstellen

Alternativ könnt ihr euch auch einen eigenen Pinsel erstellen. Dazu öffnet ihr am besten ein neues Dokument, das zB. 1000 x 1000 Px groß ist und eine Auflösung von 300 Pixel/Zoll hat. Der Hintergrund bleibt schlicht weiß, während ihr eine neue, transparente Ebene darüber erstellt. Auf dieser Ebene malt ihr nun mit reinem Schwarz (auch Graustufen sind möglich) eure eigene Pinselspitze.

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Einfach ein bisschen rumprobieren. Wenn ihr eure gewünschte Form habt, dann klickt ihr mit gedrückter STRG-Taste auf das Vorschaubildchen eurer Ebene. Damit Markiert ihr alles, was auf dieser Ebene ist. Der Hintergrund wird ausgespart. Mit dieser Markierung klickt ihr nun auf „Bearbeiten“ -> „Pinselvorgabe festlegen“. Danach einfach nur auf OK. Einen Namen braucht der Pinsel nicht, denn wir sind noch nicht fertig!

Jetzt löscht ihr die Ebene, aus der ihr eben den Pinsel erstellt habt, einfach wieder, wählt das Pinselwerkzeug aus (B) und klickt mit rechts auf euer Dokument. Ganz unten in eurer Liste, findet ihr nun euren neuen Pinsel. Wählt ihn aus und zieht einfach mal einen Strich über das Bild (am besten auf einer neuen Ebene).

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05Nicht schön aber selten … Kümmern wir uns jetzt um genauere Einstellungen. Dazu klickt ihr … schwer zu erklären. Siehe Bild auf der linken Seite! Diese Schaltfläche nennt sich „Pinsel“. Wenn ihr sie nicht habt, dann könnt ihr sie euch einblenden lassen, indem ihr oben auf „Fenster“ klickt und euch dort den „Pinsel“ heraussucht.

Hier können wir jetzt allerlei lustige Dinge anstellen, die zu erklären einen vollständig eigenen Artikel bedürften. Deswegen würde ich sagen, dass ihr hier auch einfach ein bisschen herumexperimentiert. Vielleicht mache ich bei Zeiten mal ein noch ausführlicheres Tutorial zu diesem Punkt 🙂

Fahren wir jetzt mit unserem Gebirge fort …

06Wir haben also eine leere Ebene über unserem Kontinent, schwarze Vordergrundfarbe und einen „Krissel“-Pinsel angewählt. Die Deckkraft ziehen wir runter auf 15% (die des Pinsels, nicht die der Ebene!). Und dann zeichnen wir den ersten Grundriss unserer Gebirgskette ein. Und daraus soll ein Gebirge werden? Ganz genau! Habt noch einen Moment geduld. Wir wiederholen diesen Schritt noch ein paar Mal, stellen aber den Pinsel jedes Mal etwas kleiner (Deckkraft bleibt erhalten), sodass unser „Berg“ nach innen hin immer dunkler wird. In etwa so:

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08Und jetzt machen wir einen Berg daraus. Wir lassen die Ebene angefählt und drücken (wie schon im vorherigen Tutorial) unten auf fx, um einen neuen Ebeneneffekt hinzuzufügen. Dieses Mal wählen wir „Abgeflachte Kanten und Rilief …“ aus und … schon wieder ein neues Fenster, in dem wir allerhand Regler verschieben und ein paar Farben einstellen können. Und wieder kann ich euch nur sagen: Probiert aus, was euch am besten gefällt. Wenn ihr halbwegs zufrieden seid, dann klickt ihr auf OK. Jetzt könnt ihr mit eurem Pinsel weiter malen und das Gebirge so formen, bis es mehr nach einem Berg aussieht.

09Um den Berg einzufärben (denn schwarz ist doch ziemlich unästhetisch) erstellen wir über unserer Bergebene eine neue „Farbfläche“, die wir mit einem beliebigen grau ausstatten. Dann erstmal auf OK. Jetzt ist das ganze Bild grau, aber wir wollen natürlich nur den Berg einfärben. Dafür klicken wir mit gedrückter ALT-Taste ZWISCHEN die neue Farbfläche und unsere Bergebene. Die obenliegende Ebene wird jetzt nur noch auf der darunterliegenden „Hauptseben“ angezeigt und lässt den Rest unserer Karte in Ruhe. Jetzt können wir die graue Farbebene wirde öffnen und das Grau so anpassen, wie wir es gerne hätte. Auf unserer Bergebene können wir weiterhin pinseln (auch ruhig mit mehr Deckkraft zwischendurch) und den Berg weiter formen. Hier heißt es wieder: Ausprobieren, bis es passt 🙂 Spielt auch ein wenig mit den Deckkraftreglern von Licht und schatten bei „Abgeflachte Kanten und Rilief“, damit eure Berge nicht all zu sehr glänzen.

10Als nächstes setzten wir ein bisschen Struktur auf den noch immer recht langweiligen Berg. Dazu erstellen wir wieder eine neue Ebene über allen anderen, verbinden sie (wie die graue Farbfläche) mit eben dieser grauen Farbfläche, indem wir mit ALT zwischen die beiden ebenen klicken und stellen diese neue Ebene dann auf „Multiplizieren“. Damit bewirken wir, dass alles, was auf dieser Ebene weiß ist, unsichtbar wird und schwarzes auf das darunterliegende „projeziert“ wird. Wir nehmen den „Musterpinsel“ zur Hand und legen eine kleine Textur über unseren Berg.

11Natürlich kann man auch hier eigene Texturen verwenden, aber im Großen und Ganzen reichen die, die PS vorgibt vollkommen aus. wieder rumprobieren, wenn es nötig ist, das grau des Berges noch etwas aufhellen, da durch die Textur natürlich alles dunkler wird und schon sieht das ganze nicht mehr gaanz so langweilig aus. Auch bei dem Musterpinsel ist es nicht verkehrt, wenn man mit der Deckkraft variiert, um mehr Unterschiede ins Bild zu bekommen.

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So gefällt mir das schon ganz gut. Manchem mag das noch zu dunkel sein, aber ihr wisst ja: Man kann das alles immer und ständig noch weiter bearbeiten. Was mir nicht gefällt, ist der Übergang von Kontinent zu Berg. Also erstellen wir uns wieder eine neue Ebene, wählen uns einen weichen Pinsel aus der Liste und suchen mit der Pipette (bei ausgewähltem Pinsel STRG gedrückt halten und ins Bild klicken) ein Grau des Berges aus. Die Pinseldeckkraft ziehen wir wieder weiter runter und zeichnen so allmählich einen nicht ganz so harten Übergang von Berg zu Kontinent.

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14Weil wir jetzt natürlich auch über die Kante des Kontinents malen, braucht unsere Übergangsebene eine Maske. Dazu klicken wir mit gedrückter STRG-Taste auf die Maskenvorschau unseres Kontinents, um die Konturen der Küste als Auswahl zu erstellen. Wir wählen unsere Übergangsebene aus und klicken unter der Ebenenliste auf das „Maskensymbol“ (roter Kasten im linken Bild). Dadurch wird automatisch auf der angewählten Ebene eine Maske erstellt, die auf der aktiven Auswahl basiert – und dieses Mal müssen wir sie nicht erst invertieren.

Alternativ kann man die Maske des Kontinents auch einfach kopieren (immerhin ist es genau dieselbe), indem man sie, mit gedrückter ALT-Taste, auf die Übergangsebene zieht. Dann kopiert man die Maske und wendet sie gleichzeitig per Drag&Drop auf die andere Ebene an. Wenn was schief geht: Keine Panik! Einer STRG+Z, um es rückgängig zu machen, und noch mal versuchen 😉

15Um den Übergang noch zu verfeinern, können wir auch noch ein bisschen auf der Bergebene mit seinem Relief-Effekt herumpinseln. Auch der Wischfinger kann an den Rändern des Gebirges wahre Wunder bewirken. Ihr müsst immer wieder ein bisschen zwischen den Ebenen hin und her switchen, um hier und da gegenarbeiten zu können. Das kann ein bisschen Zeitaufwändiger sein, aber letzten Endes kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen.

Mit dem, was ihr inzwischen gelernt habt, könnt ihr zB auch kleine Schneekappen auf die Berggipfel setzen und die Umgebung etwas „hügeliger“ machen. Vergesst nur nicht, dabei mit den Pinseln rumzuprobieren, die Deckkraft zu regeln und immer schön auf neuen Ebenen zu arbeiten 😉

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Damit kennt ihr jetzt das Grundprinzip zum erstellen von Bergen in Photoshop. Für nächstes Mal werde ich euch genauer zeigen, wie ihr die Landschaft allgemein hügeliger macht und wie man unterschiedliche „Bergformen“ erreichen kann. Zum Bespiel eine Art Tafelberg 😉

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