Rezension: „Young Sherlock Holmes“ von Andrew Lane

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Autor: Andrew Lane
Verlag: Fischerverlag
Seiten: 416
Gelsen: Print

 

Klappentext

Der junge Sherlock Holmes soll seine Sommerferien auf dem Land verbringen – bei Tante Anna in Farnham. Stundenlang dauert die Reise und nichts als Gerstenfelder weit und breit. Noch öder geht es ja wohl kaum, Sherlock ist stocksauer. Doch dann kommt alles ganz anders und plötzlich ist er mittendrin in seinem ersten Fall. Mysteriöse Todesfälle, prügelnde Muskelprotze und ein böser Baron – das erste Abenteuer des jungen Meisterdetektivs beginnt.

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Rezension

Als ich das Buch im Laden sah, war ich erfreut. Das Cover gefiel mir, die Idee ebenso und als Freund der alten Filme, in denen Sherlock noch zur Schule geht, war ich sehr gespannt darauf, was mich zwischen den Seiten erwartete.

Andrew Lane entführte mich in eine fesselnde Welt. Ich konnte das Buch zunächst kaum aus der Hand legen und war begeistert von seinem Umgang mit Sherlock, seinem Bruder Mycroft und der Tatsache, dass ich nicht den berühmten Detektiv Sherlock Holmes kennenlernte, sondern einen ganz normalen Jungen von 14 Jahren, der wenig Freunde hat und sich auf die Sommerferien freut, wie jeder andere auch.

Zumindest bis ihm klar wird, dass er seine Ferien nicht zu Hause, sondern bei ihm vollkommen fremden Personen auf dem Land verbringen soll. Sein Missfallen darüber hat mich tatsächlich erheitert, denn so wie Andrew Lane Sherlock beschreibt, habe ich ihn noch nie betrachtet.

Auf den ersten Seiten des Buches ist Sherlock nicht der scheinbar allwissende, überragende und fast unlogisch logische Kerl, den wir alle vor Augen haben, wenn wir seinen Namen hören. Nein, er ist – wie schon gesagt – ein ganz normaler Junge.

Allerdings lernen wir recht bald jene Personen kennen, die aus einem normalen Jungen einen „Sherlock Holmes“ machen.

Die Charaktere sind glaubhaft geschildert – bis auf die eine oder andere Ausnahme. Ich bin begeistert von Tante Anna, die in einem unendlichen Monolog gefangen ist und nur selten das Wort an unseren Protagonisten richtet.

Auch die gruselige Haushälterin, die von vornerein als Antagonist aufzutreten scheint, ist herrlich erfrischend. Immer wenn sie Sherlock anstarrte, habe ich ihren Greifvogelblick ebenfalls im Nacken gespürt.

Dann wäre da noch Matty, ein junger Landstreicher, der Elternlos mit seinem Boot und einer alten Stute durch die Welt zieht und Sherlock auf seinem ersten Abenteuer begleitet. Auch er kommt sehr überzeugend rüber.

Amyus Crowe übernimmt die Rolle seines Mentors und ist wohl die wichtigste Person, wenn man die Augen nach Sherlocks Werdegang offenhält. Angestellt als Tutor für die Ferien soll er dem jungen Holmes alles Mögliche näherbringen und schult dabei sowohl sein logisches Denken, als auch seine Fähigkeiten als Beobachter – und vieles mehr. Allerdings ist Crow auch der erste Charakter, der mir etwas fremd geblieben ist. Nicht auf mysteriöse und spannende Art, sondern viel mehr auf eine übertrieben, allmächtige Weise. Zwar versucht Lane sich wunderbar „herauszureden“, aber für mich bleiben einfach ein paar VIELE Zufälle übrig.

Allerdings ist das bei einem Sherlock Holmes Roman nichts, was zum Punkteabzug führt.

Was mich deutlich mehr gestört hat, waren die Actionszenen, der in meinen Augen einfach die Hektik fehlte. Zudem werden während der einen oder anderen Flucht viel zu lange Gespräche geführt, die mich immer mal haben vergessen lassen, dass Sherlock ja gerade atemlos dabei ist, um sein Leben zu rennen.

Womit wir schon beim nächsten Punkt wären. Sherlock, 14 Jahre alt, geht mir ein bisschen zu unbekümmert mit seinem eigenen Leben um. Sicher, ehrgeizige und neugierige Jungen wie er, setzen ihr Leben häufiger mal aufs Spiel. Das gehört dazu, wenn aus Sherlock der werden soll, den Arthur Conan Doyle erschaffen hat. Aber für seine 14 Jahre ist es mir doch etwas zu häufig vorgekommen, dass er bewusst dem Tod gelassen in die Augen sieht.

Desweiteren hat mich das finale Auftreten des großen Bösewichts mehr zum Lachen gebracht, als zum Staunen. Darüber will ich aber keine weitere Worte verlieren.

Für diese kleinen Mängel, die wahrscheinlich nicht jeden stören, gibt es von mir einen Punktabzug. Aber sowohl die Idee der Buchreihe, als auch die von Sherlocks erstem Fall haben mich so weit überzeugt, dass ich mir den zweiten Band mit Sicherheit auch noch ins Bett holen werde 😉

Was eignet sich besser als Einschlaflektüre??

Von mir gibt es 4/5 Sternen!

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