‚Gay Friday‘ #7 – Gewalt in der schwulen Literatur

Du viel Gewalt in homoerotischer Lektüre? Als Autorin interpretiere ich das mal ganz anders: Ist die Hemmschwelle höher, wenn es um Gewalt gegen Frauen geht?
Herausforderung angenommen!

 gayfriday7

Gerade eben habe ich „Kalte Ketten“ von T. C. Jayden beendet, einen SM Roman, aber um diese Form der Gewalt soll es gar nicht gehen.

Dieser Beitrag richtet sich vor allem an die AutorInnen.

Warum trifft man in der schwulen Literatur derart oft auf Gewalt in Form von Vergewaltigungen und Misshandlungen?

Und ich rede jetzt nicht von Schlägereien oder Gewalt mit homophobem Hintergrund, was es ja auch öfters zu lesen gibt, sondern schlicht und einfach von Vergewaltigungen und Demütigungen en masse.

Natürlich ist es verständlich, dass auch unschöne und schmerzhafte Themen in Büchern behandelt werden, schließlich sollte es in der Literatur nur wenige Grenzen geben, aber warum muss das in diesem Genre so extrem ausgebreitet und aufbereitet werden? Ich kann auf die Schnelle kein Heterobuch nennen, das sich explizit damit beschäftigt. Möglicherweise ist dieses Genre auch noch so klein, dass diese Werke eben rausstechen.

ABER mir stößt…

Ursprünglichen Post anzeigen 638 weitere Wörter

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Veröffentlicht in: News

7 Gedanken zu “‚Gay Friday‘ #7 – Gewalt in der schwulen Literatur

  1. bigeyesramona schreibt:

    Du meinst, dass es bei Männern eher mal härter zugeht, weil sie ja das „starke“ Geschlecht sind?
    Gute Frage.

    Gewalt gibt es seit es Menschen gibt, wird es immer geben, deshalb sollte es auch in der Literatur zu finden sein, aber ja, ich finde, dass es zu viel Gewalt in der schwulen Literatur gibt.

    Ein Gedanke, der während der Diskussion aufkam, ist, dass Autoren die Aufmerksamkeit auch auf die Gewalt gegen Männer lenken wollen. Aber ich bezweifle stark, dass das die Intention jeden Autors einer solchen Geschichte ist.

    Da ist ein Aspekt wahrscheinlicher. Gewalt wird verkauft, also wird Gewalt produziert.

    • tonikuklik schreibt:

      Genau so ist es. Aber ich sehe mich tatsächlich herausgefordert! Auch schwule Literatur kann sanft und Gewaltfrei sein. Und ich werde auch beweisen, dass ich kein Problem damit habe, diese Gewalt gegen das eigentlich stärkere Geschlecht zu wenden: die Frau!

      Ich denke, dass da tatsächlich die Hemmschwelle größer ist. Warum? Weil auch das Realität ist! Frauen sind Opfer. Punkt. Nein, ich vertreten diesen Standpunkt nicht, aber die Allgemeinheit tut es. Frauen sind sanft und schön und niemand will ihnen was Böses. Selten so gelacht!
      In der Realität ist die Gewalt gegen Frauen sehr viel populärer als die gegen Männern. Wahrscheinlich denkt sich deswegen jeder, dass davon nicht auch noch in der Fiktion gelesen werden will.

      Da stellt sich die Frage: Käme „Kalte Ketten“ auch so gut an, wenn Riley eine Rebecca gewesen wäre? 😉

      (so wirre Gedanken!)

      • bigeyesramona schreibt:

        Oh ja, es gibt richtig tolle und sanfte Männerliebesgeschichten – da fällt mir spontan „Ein Hauch von Kirschblüten“ ein – so schön!

        Ich glaube, egal ob Mann oder Frau, niemand sollte ein Opfer sein und es ist wirklich traurig, dass die Gewalt gegen Männer so unter den Tisch gekehrt wird, dafür aber in diesem Genre so oft auf den Tisch gebracht wird. Fast schon als sei es normal.
        Es wird auch als normal angesehen.

        Wenn wir jetzt mal den Schlangenfluch nehmen. Da hat man sich eher darüber aufgregt, dass Raven und Samuel sich küssen und Sex haben, wohlgemerkt ohne Gewalt, aber, dass David Samuel jahrelang missbraucht, wird eher nebensächlich behandelt. Wo ist da die Logik?

        Ich glaube auch, dass du mit einer Rebecca eher Probleme gehabt hättest 🙂 Frauen sind viel schlimmer als Männer!

      • tonikuklik schreibt:

        Ja, daran erinnere ich mich (an dieses Samuel/Raven-Debakel. Ich fand das vollkommen logisch, das die beiden sich zueinander hingezogen fühlen und diese andere Bruderliebe ausleben!).
        Auch hier gilt wahrscheinlich: Wäre Samuel eine Samatha gewesen, hätte diese Diskussion anders ausgesehen. Man hätte vielleicht mehr Mitleid mit „Sam“ gehabt, es eher „verstanden“. Keine Ahnung.
        Ich fand es gut, wie es ist.

        Und ja, du hast recht. Mit Rebecca wäre die Geschichte so nicht möglich gewesen. Denn wenn Rebecca reagiert hätte wie Riley, dann wäre sie als „Schlampe“ abgestempelt worden. Rileys Hingabe und Verliebtheit hingegen ist romantisch – ein angenehmer Charakterzug, der bei einer Frau vollkommen anders rübergekommen wäre.

  2. bigeyesramona schreibt:

    Ich glaube, ein großes Problem ist einfach, dass die Rollenverteilung der Geschlechter immer noch so präsent ist.
    Männer sind stark, Frauen schwach. Dabei gibt es viele schwache Männer, die Opfer werden und ebenso viele starke Frauen, die Gewalt ausüben.

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