Grausam geboren?

Gewalt, Sex, gewalttätiger Sex, Schmerz, Leidenschaft … Themen, die gerade irgendwie zu kursieren scheinen. Und was mache ich? Ich interpretiere, sammle Tabus und … stecke sie in einen Topf.
Wieso mache ich das? Will ich meine Leser schocken? Will ich der Welt zeigen, wie grausam das Leben sein kann? Will ich beweisen, wie abgebrüht die Menschheit tatsächlich ist?

Nein. Eigentlich will ich nur unterhaltsame Bücher schreiben. Friedefreude-Eierkuchen liegt mir aber nicht. Deswegen gleich alles rausholen? Das Schlimmste zusammenwürfeln und bis zur eigenen Übelkeit recherchieren? Warum nicht?
Grenzen austesten. Das ist es, was Menschen seit jeher tun, oder nicht? Jeder testet seine Grenzen aus. Ich die meinen. Und wenn keine Grenzen zu finden sind? Wenn es kein „Halt, das geht zu weit!“ auf dem Papier gibt?
Was sagt das über mich aus? Was sagt das über eventuelle Leser aus, denen gefällt, was ich schreibe? Kann ein Projekt, das nur aus Grausamkeit, Ekel und kaum ein bisschen Glücksgefühl besteht, tatsächlich gutankommen?

Ja. Sebastien Fitzek beweist es doch immer wieder. „Der Augensammler“ hat mich mitgerissen – so grausam er auch ist. Momentan lasse ich mich hinreißen von dem „Seelenbrecher“.

Reizvolle Grausamkeit.

Verführender Ekel.

Wieso lesen wir von Frauen, denen glühende Lötkolben zwischen nackte Beine gesteckt werden?

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3 Gedanken zu “Grausam geboren?

  1. bigeyesramona schreibt:

    Wie gesagt, wenn man mit dem richtigen Feingefühl an solche Themen wie sexuelle Gewalt oder Gewalt allgemein herangeht, dann ist da gar nichts gegen einzuwenden.

    Was sagt das über dich als Autorin aus?
    Gute Frage. Möglicherweise muss man als AutorIn erstmal Grenzen austesten, um zu lernen wie weit man gehen kann, bevor man seine Bücher von den Lesern um die Ohren gehauen bekommt 🙂

    Was sagt das über die Leser aus?
    Ich persönlich fand den Seelenbrechen und auch die anderen Werke von Fitzek brilliant – wenn ich sowas lese, erwarte ich aber auch keine gewaltfreie Zone. Gewalt ist nun mal spannend und reißerisch. Und manchmal braucht man das als Leser vielleicht auch mal. Man fühlt sich dem Prota mehr verbunden, nimmt ihn intensiver wahr.

    Wobei ich persönlich aber eine Grenze ziehe, ist der Unterschied zwischen körperlicher Gewalt und sexueller Gewalt. Da ist, finde ich, ein gewaltiger Unterschied, was die psychischen Folgen angeht.

  2. Romy Wolf schreibt:

    Ich finde es einfach spannend, die Abgründe der menschlichen Seele zu erforschen. Vielleicht schaue ich deswegen so gerne „Criminal Minds“.

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