Rezension: „Der Seelenbrecher“ von Sebastian Fitzek

Schaurig, schauriger … Fitzek.

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Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Verlag: Knaur
Taschenbuch: 360 Seiten

 

Buchrücken

Sie wurden nicht vergewaltigt.
Nicht gefoltert.
Nicht getötet.
Ihnen geschah viel Schlimmeres …

 Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den »Seelenbrecher« nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …

Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn es passiert.

Woody Allen

Mit diesem Zitat schickt Fitzek und direkt ins Geschehen. Zwei Zeilen, die mich anfangs schmunzeln ließen und ich dachte „So kann man es auch sehen.“ Aber jenes Schmunzeln verging mir schon auf der folgenden Seite. Fitzek hält sich mal wieder nicht mit einem Vorspiel auf. Stattdessen schleudert er den Leser sofort in die erste Szene des Grauens.

Ein Opfer, das aus einem Albtraum erwacht und gleich im nächsten steckt. Die anfangs etwas skurrlie Szene soll sich erst im laufe der Geschichte klären.

Ich muss zugeben, dass es schwer ist, dieses Buch offen zu beurteilen, ohne künftigen Lesern den Spaß zu nehmen. Deswegen möchte ich mich dieses Mal wirklich kurz fassen mit meiner Meinung.

„Der Seelenbrecher“ liest sich wunderbar in einem Weg. Nicht nur, weil es in dem Buch um Studenten geht, die eine Fallakte lesen sollen, die man als Leser präsentiert bekommt, sondern auch, weil sich diese Fallakte in einem extrem kurzen Zeitraum abspielt. Immer wieder weißt Fitzek darauf hin, wie lange es noch dauert bis „wirklich schlimm“ wird.
So nennt sich das erste Kapitel zum Beispiel „71 Tage vor der Angst“ und ist bereits Teil der Akte, die sowohl den Studenten, als auch dem Leser offenbart werden soll.

Zum Glück war alles nur ein Traum. Sie war nicht nackt. Und ihre Beine waren auch nicht an diesem vorsintflutlichen Gynäkologenstuhl gefesselt, während der Wahnsinnige auf einem verrosteten Beistelltisch seine Instrumente sortierte.

Seite 1 der Patientenakte

Dies sind die ersten Zeilen der Geschichte. Nachdem ich sie gelesen hatte, musste ich erst noch mal zum Klappentext zurück: nicht vergewaltigt, nicht gefoltert, nicht getötet, viel Schlimmeres … HÄ?! Tja, aber diese Frage klärt sich natürlich im Verlauf des Buches 😉

Was mir mal wieder besonders gut gefallen hat, war der Schreibstil, mit dem Fitzek seine Leser zwischen den Seiten gefangen hält. Mein aboluter Lieblichssatz aus dem Buch:

Der Saal empfing sie mit der Gemütlichkeit eines stillgelegten Schlachthofs.

Seite 154 der Patientenakte

Kam ihm dieser Satz einfach so im Schreibfluss? Brauchte es mehrere Anläufe, bis er eine passende Metapher gefunden hatte? Ich weiß es nicht, aber das Buch wimmelt von derlei umschreibungen. Das ist nicht nur förderlich in Bezug auf die Vorstellungskraft, sondern sorgt auch hin und wieder für leichtes Grinsen … bevor man in den nächsten Abgrund gestoßen wird.

Außerdem hat Fitzek sich wieder ein interessantes Spinnennetz ausgedacht. Leider war mir einiges, was erst am Ende offenbart werden sollte, schon seit den ersten 50 Seiten klar, aber es gab auch einiges, was mich am Ende … erstaunt hat. Nicht überrascht, aber erstaunt.

Das Ende …
… ist ein zweischneidiges Schwert. Es ist mit Sicherheit kein Happy End, aber definitiv auch kein Sad End. Es ist … erstaunlich realistisch (im positiven Sinne).

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