[AutorenNews] Ein Blick ins aktuelle Projekt

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Einen schönen ersten Dezember wünsche ich euch allen 🙂 Da ich mir dieses Jahr nicht die Zeit nehmen konnte, einen anständigen Adventskalender vorzubereiten (aber seien wir mal ehrlich: es gibt auch bei weitem genug!), habe ich gerade beschlossen, dass ich euch zumindst heute ein kleines Häppchen spendiere. Wie einige vielleicht schon wissen, befindet sich meine Fortsetzung von „Kalte Ketten“ bereits im Lektorat. Das bedeutet für mich im Regelfall: Zeit für ein neues Projekt. In diesem Fall habe ich eine alte Idee neu aufgegriffen und … mein erster „echter“ Psychothriller wurde geboren. Hier nun für euch die ersten Zeilen …


(Die ersten Zeilen aus #TM)

Es war an einem Wintertag, als mein Leben sich von einer Sekunde auf die anderen änderte, ohne dass ich es zu diesem Zeitpunkt auch nur ahnen konnte. Heute sind die Erinnerungen an diesen Tag verschwommen, nur noch bruchstückhaft vorhanden. Dennoch weiß ich, dass es genau dieser Moment war, der alles auf den Kopf stellte.
Ich saß im Schnee. An einem kleinen Bach in einem winzigen Park, der zu einem bescheidenen Stadtviertel von Hamburg gehört. Damals war dieser Stadtteil meine ganze Welt. Warum ich dort saß und dem Bach zusah, weiß ich nicht mehr. Aber ich erinnere mich an die Kälte und daran, dass weit und breit niemand unterwegs war. Wahrscheinlich habe ich auf einen Freund gewartet. Damals ging ich noch zur Grundschule, die weiter entfernt war, als jeder andere Ort, den ich zu Fuß erreichte.
Doch während ich da hockte, wahrscheinlich den Schnee zwischen meinen Fingern tauen ließ und den Bach beobachtete, näherte sich mir plötzlich jemand. Es war ein Mann – so dachte ich früher. In Wirklichkeit war es wohl nur einer jener Teenager, die gerne Ärger machen und die Angst auf den Gesichtern jüngerer fasziniert beobachten, aber für mich war er damals viel gruseliger. Er löste jenes beklemmende Gefühl in mir aus, das man nur als Kind kennt. Wenn man noch an Monster im Kleiderschrank glaubt (bei mir konnten sie sich nie unter dem Bett verstecken, sondern nur im Schrank). Dieses eine Gefühl, das einem vorgaukelt, kleiner zu sein, als man tatsächlich ist. Das dieses Unwohlsein und diese leichte Übelkeit auslöst – und ein verräterisches Zittern.
Er kam auf mich zu, grinste mich mit seinen schiefen Zähnen an. Das war, glaube ich, alles, was ich in diesem Moment sehen konnte: seine schiefen Zähne und das Schweizer Taschenmesser in seiner Hand. Ich sagte kein Wort, aber er sprach.
„Na, Kleine? Angst?“
Ich schüttelte den Kopf. Was für eine dumme Lüge. Mein Zittern war genauso wenig zu übersehen, wie die Panik, die mir damals ins Gesicht geschrieben stand – ganz sicher.
Sein Lachen drang echolos an meine Ohren während er durch die kahlen Sträucher näher kam. Es gab nichts, was ich ihm hätte geben können und das muss er gewusst haben. Er wollte nichts haben. Fragte nichts weiter. Ich rappelte mich auf und wollte vor ihm zurückweichen, aber dann kamen diese Sekunden. Diese Sekunden, die alles veränderten.
Seine Hand schloss sich um meinen Hals, drückte zu. Ich klammerte mich an seinen Unterarm, während er mir die Luft abdrückte. Sein Lachen war Furcht einflößend. Ich konnte nicht mehr atmen, nicht sprechen, mich nicht bewegen. Ich konnte ihn nur anstarren, während er mich beobachtete. In seiner anderen Hand befand sich immer noch das Taschenmesser, mit dem er nun neckend vor meinen Augen herumspielte. Ich weinte. Meine Tränen flossen und das Schluchzen blieb in meinem Hals stecken. Irgendwo unterhalb seiner Hand, die solange zudrückte, bis mir schwarz vor Augen wurde.
Als ich wieder zu mir kam, war ich alleine. Ich lag im Schnee, neben demselben Bach, neben dem sich alles abgespielt hatte. Noch immer hatte ich einen rauen Hals, aber wundersamer Weise hatte der Fremde keine Spuren auf meiner Haut hinterlassen.
Niemals erzählte ich jemandem von diesem Erlebnis …

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