[Buchvorstellung] „Heuchler“ von Mark Franley

91VFM-m8GHL._SL1500_Auf der Suche nach lesenswerten Thrillern, bin ich kürzlich auf „Heuchler“ von Mark Franley gestoßen. Ich habe es sehr begrüßt, dass der Autor mich sofort ins Geschehen geworfen hat. Er macht keinen Hehl aus der Grausamkeit, die sich in seinem Buch abspielt und auch das ist ganz nach meinem Geschmack. Trotzdem … bin ich unglücklich mit diesem Buch. Nicht zuletzt, weil meine Erwartungen auf Grund von Rezensionen und Kommentaren relativ hoch gesteckt waren …

Klappentext:

„Skrupellos“ wäre ein zu schwaches Wort, um IHN zu beschreiben und gerade als sich die beiden Kommissare am Ziel sehen, stellt ER sein tödliches Können unter Beweis.
Nach dem katastrophalen Ausgang ihres Einsatzes, beschließt Kommissar Köstner mit seiner Familie in der Idylle Finnlands abzuschalten.
Doch ER ist längst zu ihrem Schatten geworden… einem Schatten der noch lange nicht hatte, was er wollte.

Hauptkomissar Köstner ist einem Serienmörder auf der Spur, der kleine Jungs entführt und tötet. Und das auf die grausamste Art und Weise! Schon am Anfang des Buches findet Köstner die abgetrennten Skalpe der vorangegangenen Opfer, als er dem Täter zusammen mit seinem Partner Peter Groß näher kommt. Nach einem tragischen Unfall während dieses Einsatzes verbringt Groß eine Weile im Krankenhaus und Köstner nimmt einige Zeit Zwangsurlaub. Den verbringt er zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in einem gemieteten Ferienhaus in Finnland.

Eine schöne Landschaft und lebendige, wenn auch nicht sehr tiefgründige Charaktere haben mich in ihren Bann gezogen. Trotzdem – und das ist der Grund weshalb ich wenig glücklich mit diesem Buch bin – hab es zwischendurch Momente, in denen die Spannungskurve drastisch unterbrochen wurde. Man denkt sich seinen Teil, man fiebert ein bisschen mit, überlegt – und bekommt dann vom Autor auf der nächsten Seite die Erklärung und die offensichtliche Auflösung des Rätsels. Entweder tatsächlich oder in Form einer nur zu klaren Andeutung. Ich finde, dass Franley durchaus an der einen oder anderen Stelle länger „die Klappe hätte halten können“ – ohne das böse zu meinen.

Sehr genossen habe ich die Perspektive des Erzählers. Und das kommt selten vor, denn eigentich bin ich sowohl beim Lesen als auch beim Schreiben eher jemand, der sich in einen Charakter hineinfühlt, die entsprechende Szene mit ihm durchlebt und dann erst wieder wechselt. Franley hat auf die dadurch entstehende Tiefgründigkeit der Charaktere verzichtet und bietet stattdessen einen Einlick in alle Charaktere. In den richtigen Momenten beschränkt er sich nur auf ihr Handeln, verzichtet auf all zu detalierte Beschreibungen von Gedanken und Gefühlen und gibt mir als Leser dadurch die Chance, mit klopfendem Herzen „zuzusehen“, wie der Protagonist durch den Wald schleicht.

Ebenso zufrieden war ich mit den Einblicken in das Leben des Täters, der die ganze Zeit über nur als ER genannt wird – bis zur Auflösung des Falls (der mich bedauerlicherwiese nicht von den Socken gehauen hat).

Trotz meiner Kritikpunkte, habe ich das Lesen genossen und ich denke, dass ich mir auch zumindest noch eine der Fortsetzungen kaufen werde. Immerhin ist dies erst der erste Fall von Köstner und vielleicht entwickelt sich der Autor ja mit ihm gemeinsam weiter und schafft es, in den Folgeromanen meine Vorliebe für schöne Spannungskurven aufrecht zu erhalten 😉

Letzten Endes kann ich nur sagen: Ein Thriller belesener Lektor hätte diesem Buch wenig geschadet, aber für 2,99€ ist diese Geschichte kein herausgeworfenes Geld auf dem Reader.


Auf Amazon schrieb ich …

★★★★☆
Ich habe das Lesen sehr genossen. Mark Franley hat mit „Heuchler“ ein kurzweiliges Thriller-Lesevergnügen geschafft. Wer auf Gnade oder ein Happy End hofft ist hier falsch, aber der flüssige Schreibstil zieht den Leser schnell in seinen Bann. Für 2,99€ ist dieses Buch eine Bereicherung auf dem Kindel, sofern man nicht mit großer Rafinesse rechnet, denn daran fehlt es leider etwas.
An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir weniger HInweise gewünscht – trotzdem hat der Autor mich weit genug überzeugt: Der zweite Teil befindet sich bereits auf meinem Reader.
Auch mit Kindern in der Opferrolle sollte der Leser zurechtkommen, denn ER hat es hauptsächlich auf kleine Jungs abgesehen und blendet die blutigen Szenen nicht aus …

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