Das „Hörbuch-Phänomen“

Früher habe ich leidenschaftlich gerne Hörbücher gehört. Inzwischen hält sich das in Grenzen, auch wenn ich hin und wieder immer noch gerne mal die Stöpsel in die Ohren stecke und einer sympathischen Stimme beim Vorlesen lausche, während ich zeichne oder sonst irgendwas tue, was Berieselung verlangt.
Meine absoluten Lieblinge waren damals die Harry-Potter-Hörbücher. Teil zwei habe ich (damals noch auf Kassette) sooft gehört, dass ich vorallem das erste Kapitel irgendwann vollständig auswendig kannte. Nicht nur mitsprechen, nein, ich konnte die ersten Seiten KOMPLETT aus dem Kopf rezitieren. Rufus Beck (für die, die es nicht wissen: der Vorleser der Harry-Potter-Bücher) hat eine unglaublich angenehme Stimme und er spielt so grandios damit, dass sich die Geschichte wundervoll eingeprägt hat. Hach, wie oft hat er mich in den Schlaf geredet …

Momentan lese ich die Harry-Potter-Bücher (wieder einmal) und musste feststellen, dass an vielen Stellen der Bücher immer noch die Betonung der Hörbücher nachhängt. Ich lese … und höre dabei Rufus Beck in meinem Kopf. Schnell lesen ist kaum möglich, denn ich betone stellenweise genau so, wie ich es in Erinnerung habe. Lustig – hin und wieder. Hin und wieder denke ich mir allerdings: „Ja, schön und gut, wie Sie das da betont haben, Herr Beck, aber EIGENTLICH …“

Kennt ihr dieses Phänomen? Es ist interessant und es weckt Erinnerungen aber irgendwie ist es auch … schade? Vielleicht das falsche Wort. Ihr wisst, was ich meine?

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6 Gedanken zu “Das „Hörbuch-Phänomen“

  1. Silke Witt schreibt:

    Hab bis jetzt nur 2 Hörbücher gelesen, da ich mich schwertue mit dem Vorlesern und der Betonung, die man ja als Selbstleser doch oft anders liest als der Vorleser.
    (Heißt das überhaupt Vorleser ?)
    Harry Potter hab ich nie gelesen, nur die Filme gesehen. 😉
    Ich find ja, das man nur eins machen sollte, selber lesen oder Hörbuch, Buch lesen oder Film sehen. Sonnst ist der Zauber des Buches dahin. Hab bis dato noch keine gute Verfilmung eines Buches gesehen (wo ich auch das Buch gelesen hab).
    Aber nur meine Meinung.
    LG
    Silke

    • tonikuklik schreibt:

      Hm … Nein, das kann ich nicht unterschreiben. Im Gegenteil … Wenn ich eine schlechte Verfilmung gesehen habe, dann ist das Buch danach nur noch viel besser – finde ich. Was das Hörbuch angeht sieht es da schon anders aus – eben wegen jener Betonungsprobleme, die bei häufigen Hören irgendwie hängen bleiben.

  2. Silke Witt schreibt:

    Wie gesagt, ich seh keine Filme mehr, wo ich das Buch gelesen habe, nach 50 SoG. Der Film hats mir versaut, irgendwie. Und ja, die Bücher sind besser, viel besser.
    Und bei Hörbüchern……da stört mich schon, wenn eine Frau liest und bei dem Männerpart die Stimmer verändert, das hört sich gruselig an, find ich. 🙂

    • tonikuklik schreibt:

      50SoG? Das Buch ist VIEL besser als der Film? Man, wie grottig muss dann erst der Film sein? :’D (Konnte nicht mal das Buch zuende lesen.)

  3. Silke Witt schreibt:

    Nicht grottig, aber es fehlen viele Schlüsselszenen und es wurde frei interpretiert (mal salopp ausgedrückt) und Szenen hin und her geschoben, fand ich. Also nicht der Ablauf des Buches, alles bissl durcheinander. Wenn ich ne Buchverfilmung sehe, dann will ich kein geändertes Werk, sondern das sehen, was ich im Buch gelesen habe. Bin da vielleicht zu altmodisch. 😦
    LG
    S

    • tonikuklik schreibt:

      Nein, das ist nicht altmodisch – das ist auch meine Ansicht. Im Allgemeinen. Nur dass mir eben auch klar ist, dass es oft einfach nicht machbar ist, ein Buch 1 zu 1 umzusetzen – leider. Irgendwas ist immer anders.

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