[Schreibtagebuch] „Johns Bonus“ #2

Projekt: Johns Bonus (Die Zahl der potenziellen Titel ist inzwischen auf zwei gestiegen!)
Status: 29.773 Wörter (Parallelen kontrollieren kostet Zeit. Pfui bäh!)

Schnippsel

„Danke“, flüsterte Casey kaum hörbar.
„Wofür?“
„Dafür … dass du bleibst“, sagte Casey. Seine Arme legten sich um John und hinterließen dabei ein merkwürdiges Kribbeln – gepaart mit dem typischen Unbehagen, das John inzwischen so gut kannte.
Vertrautheit.
Sie bedeutete Gefühle.
Gefühle bedeuteten eine Verbindung.
Eine Verbindung, die er nicht zulassen wollte.
„Bei dir Zuhause ist so viel los – und trotzdem bleibst du. Das … Danke.“
John biss die Zähne zusammen und stellte das Streicheln ein. Unbewusst hatte er angefangen, mit den Händen über Caseys Rücken zu fahren.
„Ach, bilde dir nicht zu viel darauf ein“, sagte John. „Ich habe hier noch einen Job zu erledigen und Zeit totzuschlagen. Außerdem kann ich die Ablenkung gebrauchen, die deine verkorksten Eltern mir bieten – und ich habe es versprochen, oder?“
Er schob Casey von sich, drückte ihm noch einen Kuss auf die Stirn und verschwand schließlich im Bad, um den gefassten Plan in die Tat umzusetzen. Duschen, Mittagessen, … und dann: mal sehen …

trennung

Wieder einen Moment erreicht, in dem meine Gedanken sich überschlagen. Dieses Mal hat es aber weniger mit dem Inhalt des Buches, als viel mehr mit seinem Aufbau zu tun. „Kalte Ketten“ und „Blinder Zorn“ leben unter anderem vom Wechsel der Perspektive. Ständig bekommt der Leser die Möglichkeit, einen Blick in die Gefühlswelt der verschiedenen Protagonisten zu werfen. „Johns Bonus“, der sich ja inzwischen als mehr als das herausgestellt hat, wächst und gedeiht – vorallem in meinem Kopf, aber natürlich auf auf dem Papier. Was Ursprünglich noch vor dem Epilog von „Blinder Zorn“ ein Ende hätte finden sollen, droht momentan, darüber hinauszugehen. Also nicht nur eine Bonusstory für zwischendurch, sondern gleichzeitig auch eine Art Fortsetzung der bestehenden Bände zu werden.

Selbst mir schwirrt von den „Komplikationen“, die das mit sich bringt, bereits der Kopf. Zu verwirrend? Zu verschachtelt? Zu … hochtrabend?

Die Lösung fiel mir eben wie Schuppen von den Augen: Ich könnte dieses Buch einfach anders aufteilen, als seine „Vorgänger“. „Kalte Ketten“ und „Blinder Zorn“ bestehen aus Kapiteln mit Perspektivenwechsel. Wenn ich nun aber diesen Band in zwei Teile splitte (die natürlich in einem Buch erhältlich sein werden) und diese beiden Teile unterschiedlich gestalte …

Ich rede wirr … Jetzt wisst ihr, wie es in meinem Kopf aussieht.

„Johns Bonus“ wurde bislang ausschließlich aus seiner Sicht geschrieben. Nachdem sich das Werk als eigenes Buch an Stelle einer Kurzgeschichte entpuppt hat, spielte ich kurz mit dem Gedanken, noch mal zurück zum Anfang zu gehen und auch hier Perspektivenwechsel einzubauen. Allerdings ist der Text bis hier hin gar nicht dafür ausgelegt, weshalb ich mich dann doch dagegen entschieden habe.

Splitte ich nun aber das Buch in die genannten zwei Teile, kann der erste (das, was ich als Bonusstory angedacht habe) so stehen bleiben – während ich in den zweiten Teil des Buches die bereits bekannten Perspektivenwechsel einbaue.

Es wäre so viel einfacher, es zu formulieren, wenn ich keine Angst haben müsste, euch zu spoilern!

Wie denkt ihr als Leser darüber? Beständigkeit der Bücher, sofern sie zusammengehören? Dafür sorgen, dass der vertraute Aufbau der gleiche bleibt? Oder ist es in Ordnung, wenn der Aufbau sich verändert, sofern es der Geschichte dienlich ist und sie (hoffentlich) weniger verwirrend macht?

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4 Gedanken zu “[Schreibtagebuch] „Johns Bonus“ #2

  1. Silke Witt schreibt:

    Also, ich denke, man kann ein Buch auch in 2 Teile splitten, wo der erste Teil ohne Perspektivwechsel auskommt und der 2. Teil dann welche hat. Hab sowas schon gelesen.
    Also, der Anfang vom Buch nur aus John`s Sicht, der Rest dann aus beider Sicht, klingt für mich gut. Muss nur durch einen entsprechenden Absatz gekennzeichnet werden, oder durch eine kleine Ansprache von Casey, das er sich jetzt auch zu Wort meldet. (So ähnlich hat das Kay Monroe bei „…einfach Rajko“ auch gemacht)
    Du machst das schon und das wird ein Super Buch (mit 500 Seiten 😀 ).
    LG
    Silke

    • tonikuklik schreibt:

      Wer sagt denn, dass Casey zu Wort kommen wird? *lach*
      Aber danke für deine Rückmeldung!
      (die 500 Seiten ignoriere ich jetzt einfach mal. *Wird das Buch in Schriftgröße 14 drucken lassen*)

  2. Silke Witt schreibt:

    Jaja, ignorier die 500 ruhig, bis du sie erreicht hast 😀
    Und ich wollte noch anmerken, das oben, im Textschnipsel steht, das John weiß, das „zu Hause bei ihm so viel los ist“. Aber in BZ hat ja Kjell extra John darüber doch nicht informiert, das Riley und Liam entführt wurden. Oder ?
    LG
    Silke

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