[Schreibtagebuch] „Johns Bonus“ #3

Projekt: Johns Bonus der kein Bonus mehr ist sondern wahrscheinlich die Fortsetzung von „Blinder Zorn“
Stand: 37.593 Wörter (Es wird, es wird … Aber von den gewünschten 500 Seiten noch weiiiit entfernt.)

Häppchen
Er gönnte sich eine ausgiebige Dusche und zog sich schließlich an. Casey hatte sich die Decke geschnappt und den verführerischen Körper darunter verborgen, sodass es John leichter fiel, sich mit den Gedanken voll und ganz auf das Kommende zu konzentrieren. Nachdem er sich in Erinnerung gerufen hatte, was für Kjell und seine Firma auf dem Spiel stand, um wie viel Geld es hier ging, fühlte er sich wieder sicherer in seiner Haut. Wie der Anwalt, der er war, und nicht wie ein einsamer Dom mit Gefühlsverirrungen.
„Musst du schon los?“, murmelte es aus dem Deckenberg. John, der sich gerade seine Armbanduhr umgebunden hatte und nun nach seinem Kaffee griff, lächelte.
„Ja. Es wird Zeit.“
Casey steckte den Kopf unter der Decke hervor und blinzelte ihm entgegen. „Viel Erfolg.“
„Danke.“ John betrachtete das müde Gesicht einen Moment und Casey erwiderte seinen Blick.
„Was ist?“, fragte Casey schließlich und setzte sich etwas umständlich auf. Muskelkater – eindeutig.
John lagen so viele Worte auf der Zunge. So vieles, was er unbedingt sagen wollte und von dem er sicher war, dass Casey es auch hören wollte. Fast schon erwartungsvoll war sein Blick – als hoffe er auf genau das, was John so gerne ausgesprochen hätte. Aber er konnte es nicht.
„Gar nichts“, sagte er, leerte seine Tasse und stellte sie zurück zur Kaffeemaschine. „Schließ ab, wenn du gehst – und gib den Schlüssel unten ab, ja?“

trennung

Als Autor kennt man dieses Phänomen: Die Charaktere liegen einem in den Ohren, wollen teilweise etwas ganz anderes als das, was man für sie geplant hat, und wehren sich mit Händen und Füßen gegen das Bevorstehende. Sie schlagen eigene Wege ein. Generell gehöre ich zu der Sorte Autor, die diese Wege gutheißen. Ich lasse meinen Charakteren gerne etwas „Handlungsfreiheit“, statt sie mutwillig in ein Raster zu pressen, das ihnen nicht gefällt. Denn dann werden sie unnatürlich und … der Spaß am Schreiben verfliegt.

Aber ehrlich mal! Verdammt, John! Es GEHT NICHT, wie du es gerne hättest! WIRKLICH NICHT! Also steck deine Gefühlsduselei weg! Du kommst nicht drum herum! Ich WERDE dich auf diesen Weg schicken, weil es nicht anders GEHT! Also reiß dich gefälligst zusammen und trag’s wie ein Mann! (Und nicht wie irgendeiner, sondern wie der, der du bist! Mit etwas mehr Coolness und etwas weniger Bedenken. Mit Vernunft und klarem Menschenverstand!)

*verschwindet grummelnd zurück ins Skript*

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Ein Gedanke zu “[Schreibtagebuch] „Johns Bonus“ #3

  1. Silke Witt schreibt:

    Oh man, der arme John 🙂
    Aber da ich nicht weiß, was er so denkt, und schon garnicht, wohin die Reise gehen soll, werd ich mich hier mal zurückhalten…..und dir mit John noch viel Spass wünschen 😉 😀
    LG Silke
    PS:Ich nehm auch 400 Seiten

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