[Messebericht] BuchBerlin2014

(Um Himmels Willen! Ich habe ganz vergessen, meinen Bericht zur BuchBerlin 2014 zu schreiben! Das muss vor dem Jahreswechsel natürlich noch nachgeholt werden!)


Schriftzug_BuchBerlin2014

Im November 2014 fand die 1. BuchBerlin statt. Dieser Messe habe ich (wie schon der BuCon) einen Besuch als Autorin und Verlegerin abgestattet – und sie verdient so viel mehr als nur ein kleines „Es war toll und ich komme bestimmt wieder“. Das würde zwar zutreffen, dem aber lange nicht gerecht werden. Die BuchBerlin war für mich DAS Ereignis des Jahres und wird wahrscheinlich (aus beruflicher Sicht) noch eine ganze Weile unübertroffen bleiben.

Weiterlesen

[Interessante Blogs] Swantjes Geschichten

swantje berndt

Bei den Interessanten Blogs in meiner Liste darf natürlich auch Swantje Berndt mit ihren Geschichten nicht fehlen. Sie teilt nicht nur Cover und Details zu ihren Neuerscheinungen, sondern sie postet auch nicht selten die eine oder andere Kurzgeschichte (wenn man es denn so nennen darf) auf ihrer Seite. Von denen lasse ich mich besonders gerne verzaubern. Jene, die mich kennen, wissen, wie gerne ich ihre Zeilen lese 🙂 Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall, besonders auf die Kategorie „Photos turned into stories“ *schmacht*

[Leseempfehlung] „Rot. Grün? Blind!“ von S. B. Sasori

rot grün bilnd

Gestern habe ich mir mal wieder eine Verlagsexterne Gute-Nacht-Geschichte gegönnt. Und zwar eben dieses Buch: „Rot. Grün? Blind!“ von S. B. Sasori. Das Cover ist einfach *yammi* geworden und auch den Klappentext fand ich interessant:

Wer ist der smarte Blonde, der mit Frank-Sinatra-Hut und Sonnenbrille aus dem Fond einer Limousine steigt?
Finn kann sein Glück kaum fassen, als er erfährt, dass es sich um seinen neuen Nachbarn handelt.
Aber weshalb überquert H.Veller, ohne nach rechts und links zu sehen, die Straße?
Und das zur hektischsten Berliner Rushhour?
Finn eilt dem seltsamen jungen Mann zur Hilfe und begreift, warum Rot eine schreckliche Farbe ist und Schatten guttun können.

Und wem diese Informationen noch nicht reichen: Das gute Stück kostet nur 0,99€ und ist definitiv empfehlenswert. Eine geballte Ladung Gefühle in ein paar Seiten verpackt, die mich in wohligen Träumen haben schwelgen lassen!

Rezension: „Schlangenfluch 2“ von S. B. Sasori

RavensGiftCover

Düster und zerschmetternd – ein Fluch, der unter die Haut geht!

Autorin: S. B. Sasori
Verlag: dead soft
Seiten: 246
Gelesen: eBook

Klappentext
Raven verbirgt ein grausames Geheimnis, um seinen Bruder zu schützen. Tag und Nacht stellt er sich allein einer Herausforderung, der er nicht gewachsen ist. Samuel und Laurens ahnen nichts von der Gefahr. Sie kämpfen darum, die Geschehnisse am Loch Morar vergessen zu können – bis ein alter Feind auftaucht, der alles daran setzt, ihre Liebe für immer zu zerstören.

Das Buch
Zu sagen, worum es in diesem zweiten Teil der Schlangenfluch-Trilogie wirklich geht, ist nicht leicht. Der Klappentext bereitet nicht im Mindesten auf das vor, was einen in „Ravens Gift“ erwartet.

Zum einen haben wir natürlich wieder Samuel und Laurens, die noch immer ihre kleinen Kämpfe ausfechten. Während besonders Laurens noch sehr unter den Geschehnissen aus dem ersten Band leidet und sich an jeder Ecke von Loch Morar daran erinnert, versucht Samuel verzweifelt, ihm auf jede erdenkliche Art näher zu kommen. Laurens „Verklemmtheit“ hat mich auf der einen oder anderen Seite des Buches schon ziemlich genervt, aber Sasori hat sich mal wieder darauf verstanden, diese Reaktion bei mir als Leserin schnellst möglich zu korrigieren. In dem Moment, als ich dachte „Meine Güte, Laurens!“, dachte er es scheinbar auch selber.
Mit ihrer doch recht verkorksten Beziehung, sorgen Samuel und Laurence wieder einmal für altbekannte Dramen, die doch so anders sind, als im ersten Teil. Mitfiebern, mitleiden und verzweifeln ist angesagt!

Dann wäre da noch Tom, den wir ebenfalls schon aus dem ersten Band kennen. Ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass es sich bei dem „alten Feind“ um ihn handelt. Sein entstelltes Gesicht und sein grenzenloser Hass auf Samuel treiben ihn an. Sasori beschreibt seine Gefühlslage so eindrucksvoll, dass es schwer fällt, Tom nicht zu mögen. Ein Zwiespalt, der doch sehr am Leser nagen kann. Ewig hält dieses Mitleid für Tom allerdings nicht an, denn in regelmäßigen Abständen wird man daran erinnert, dass Tom unseren eigentlichen Lieblingen an den Kragen will! Seine Szenen weckten besonders häufig Zorn und eine kaum zu definierende Agression in mir.

Dass man zeitgleich einem krebskranken Professor beim „sterben zusieht“, heitert die Stimmung nicht gerade auf, sorgt aber dank seiner eigenen Art für eine angenehme Abwechslung. Leider fehlt mir der Ausgang für diesen Professor, der einfach irgendwann nicht mehr da ist. Absicht oder nicht? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Autorin sich eine grausame Sterbeszene einfach so entgehen lässt, also bleibe ich bei meiner Annahme, dass wir noch etwas mehr von Klaus erfahren … wenn der dritte Teil diese Serie vollendet.

Fazit
Über „Ravens Gift“ schwebt eine pechschwarze Wolke aus Emotionen. Es handelt sich hier in meinen Augen nicht um ein Buch, das man im Sonnenschein unter dem Apfelbaum lesen sollte. Viel eher passt es zu verregneten Trauertagen im Bett. Dennoch – oder gerade deswegen – spreche ich an dieser Stelle mein uneingeschränktes Lob für dieses Werk aus. S. B. Sasori ist es gelungen in meiner Seele ein Gefühlschaos anzurichten, wie es bis jetzt kaum ein Buch geschafft hat. Sie versteht sich wunderbar darauf nicht nur ihre Protagonisten, sondern auch ihre Fans leiden zu lassen. Wer sich in ihre Geschichten fallen lässt, ist auf ein dickes Fell angewiesen. Da dieses Buch aber auch noch lange nach dem Beendigen einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, gibt es dieses mal „nur“

4/5 Sterne.

Ich hätte mir ein paar mehr Glücksgefühle meinerseits gewünscht. Außerdem habe ich mich auf mehr Raven gefreut, als ich bekommen habe. dafür ist der Titel trotzdem mehr als passend gewählt. danke für diese beeindruckenden Stunden in deiner Welt, liebe Sasori. So düster sie dieses Mal auch waren.

Rezension: „Schlangenfluch 1“ von S.B. Sasori

Schlangenfluch1_SBSasoriAutor: S. B.Sasori
Genre: Fantasy, Homoerotik
Verlag: dead soft verlag
Broschiert… 220 Seiten

Buchrücken

Samuel Mac Laman ist ein faszinierender Mann. Und ein faszinierend schöner Mann. Als der Kunststudent Laurens Johannson ihm zum ersten Mal begegnet, möchte er ihn zunächst nur porträtieren. Aber der Mann mit den Honig farbenen Augen, der selbst im Sommer nur hochgeschlossene Kleidung trägt, weist ihn ab. Durch ein Unglück erkennt Laurens schließlich den Grund, warum Samuel zu jedem Fremden Distanz wahrt. Ein Teil seines Körpers ist mit einer hochsensiblen Schlangenhaut überzogen.
Das Buch in meinen Augen
„Samuels Versuchung“ habe ich mit großen Erwartungen zu Hand genommen. Vorab hatte ich bereits viel über das Buch gehört (ausnahmslos Lobgesang) und ein paar der bereits verfassten Rezensionen gelesen. So wurden meine Erwartungen immer höher geschraubt und was soll ich sagen? Sie wurden nicht enttäuscht.
In diesem Genre findet man viele Geschichten, in denen sich die Autoren in langen und oft guten Erotikszenen verlieren. Sie bleiben haften und manche erregen sogar. Doch was Sasori tut ist anders. Gestern habe ich das Buch ausgelesen und was haften bleibt sind die Gefühle, die in diesem Buch eine entscheidende Rolle spielen. Nicht die (zweifellos grandiose) Erotik.
Laurence Johannson führt ein nicht gerade befriedigendes Liebesleben. Sehr bildlich beschreibt Sasori den Umstand, dass ihm der Körper einer Frau zu weich ist und ihm nicht zusagt.
Ihre Haut war zart, ihre Haare blond, ihre Augen blau und ihre Lippen voll. Aber zu weich. Vorsichtig tippte er mit dem Finger dagegen. Er versank eindeutig zu schnell und zu tief in dem rosa Fleisch. (…) Wieder hatte es ewig gedauert, bis er endlich gekommen war. Und zuletzt hatte es nur geklappt, weil er Fantasien beschworen hatte, vor denen er sich jetzt fürchtete.
Trotz allem kann und will Laurence sich nicht eingestehen, dass er auf Männer steht. Nicht einmal seine Monsterfantasien können ihn wirklich davon überzeugen, dass Frauen nichts für ihn sind. Ich war in der Lage mit ihm mitzufühlen und mir gleichzeitig die Hand vor die Stirn zu schlagen und zu denken: „Junge! Spring über deinen Schatten!“
Darin, über seinen Schatten zu springen, ist Laurence leider nicht der beste. Ein Charakterdetail, dem Sasori bis zum Schluss treu bleibt.
Auch Samuel führt ein nicht gerade zufriedenstellendes Leben. Abgesehen davon, dass er sich selbst für ein Monster hält, hat seine Schlangenhaut noch einen weiteren „Dämon“ erweckt. Er leidet nicht nur unter einer besonderen Form der Minderwertigkeitskomplexe, die ihn dazu verleiten mit hochgeschlossenen Pullovern durchs Leben zu gehen, sondern auch unter seinem Stiefvater David. Der Mann hat es geschafft mir sogar im heißen Wasser einer Badewanne eine Gänsehaut zu bescheren. An dieser Stelle sei angemerkt: Ich stehe auf die Bösewichte. Immer. Doch David habe ich von seinem ersten Auftreten an gehasst. Bis zum Schluss.
Er war kein Teenager mehr, aber David überragte ihn immer noch. Samuel wurde schlecht, seine Hände flatterten und schafften es erst nach Ewigkeiten, den Gürtel zu schließen.
„Lass das. Du wirst ihn doch wieder öffnen.“ Hohn und Gier. Beides schwang in der verhassten Stimme. David stand hinter ihm, Zu nah. „Du warst lange weg. Wir haben viel nachzuholen.“
Sowohl Samuels Angst, als auch sein Hass auf David werden immer wieder deutlich gemacht und gehen einem in Mark und Bein über. Was dabei allerdings besonders deutlich wird, ist Samuels Sucht nach intensiven Gefühlen. Seine empfindliche Schuppenhaut macht ihn zu einem Opfer, das aus einem kühlen und distanzierten Charakter ein liebevolles Sensibelchen macht … und gewiss kein Monster, lieber Samuel. Gewiss kein Monster.
Abgesehen von den beiden Protagonisten hat mich auch Samuels Zwillingsbruder Raven sehr neugierig gemacht. Mit ihm teilt Sam seine „Schlangengene“. Raven trägt die meiste Zeit eine Sonnenbrille um seine hypnotischen Reptilienaugen zu verbergen. Abgesehen davon hat Raven Giftzähne, um die ich ihn eigentlich nur beneiden kann. Raven taucht gerade oft genug auf, damit man nicht sagen kann: „Ich wünschte, es gäbe mehr von ihm.“ Aber nicht oft genug um die Neugier nach ihm und seinem Charakter zu befriedigen.
Neben der prickelnd einsetzenden Romantik zwischen Laurence und Samuel spielt auch noch ein Trophäensammler namens James eine bedeutende Rolle. Genau wie David, sorgt er an manchen Stellen für eine Gänsehaut. Allerdings gehört er trotz seiner Grausamkeit zu der Form von Bösewichten, die ich einfach nur lieben kann.
Zusammen mit seinem Neffen Tom, einem jungen Studenten, der zu Beginn der Geschichte Samuels Schuppenhaut entdeckt, macht er sich auf die Jagd nach „dem Monster“ und sorgt so für weitere Spannung. Man wartet nicht nur darauf, dass Samuel und Laurence endlich zusammen finden, man fiebert auch noch an dieser Stelle mit und wünscht sich auf der einen oder anderen Seite, einfach ins Buch greifen und Sams Kopf in die richtige Richtung drehen zu können.
S. B. Sasori hat mit ihrem ersten Band der Schlangenfluch-Serie nicht nur eine spannende Geschichte geschrieben, die einfach alles hat, was sie braucht. Sie legt außerdem einen sehr schönen und fesselnden Schreibstil an den Tag. Einfach und gut zu lesen mit so manch einer Stelle, die mich zum Schmunzeln gebracht hat. Ich habe mit den Charakteren geweint und gelacht, sie verflucht und lieben gelernt. Meine Meinung steht fest … Dieses Buch ist einfach „erste Sahne“! Ich kann es kaum erwarten den zweiten Band endlich in Händen zu halten und mehr zu erfahren. Vor allem über Raven!
5/5 Sterne