Blinder Zorn

COVER_BZ_600x~ Ein unheilvolles Lachen drang aus seiner Kehle. Er warf den dritten Dartpfeil und die silberne Spitze durchbohrte das kümmerliche Herz seines Opfers. Herausreißen würde er es ihm. Herausreißen und anschließend zerquetschen.
Er erhob sich und ging zur Wand, an der das durchlöcherte Foto hing. Betont langsam zog er die Pfeile wieder heraus, fast sanft ging er dabei vor, dann strich er mit der Fingerkuppe über das lachende Gesicht.
»Du wirst dafür bezahlen, Kleiner. Mit jeder Faser deines Körpers.« ~

Aleksey Sokolow hat Rache geschworen! Für Riley setzt sich die Hölle fort, als er ein weiteres Mal in die Fänge seines Peinigers gerät. Doch nicht nur auf ihn warten Folter und Qual. Bei dem Versuch, seinem besten Freund zu helfen, gerät auch Liam ins Visier des Psychopathen und muss sich schon bald fragen, wie viel eine Freundschaft tatsächlich aushalten kann – und ob man aus den falschen Gründen lieben kann …


Leseprobe

Prolog

Lautlos flog der Pfeil durch die Luft. Er traf genau die Mitte des Fotos. Die eiserne Spitze bohrte sich in die Nase des jungen Mannes. Er wusste, dass es nahezu lachhaft war, seiner Wut auf diese Weise Platz zu machen, aber das war ihm egal. Er würde seine Rache bekommen. Diese kleine Ratte hatte sein Leben ruiniert, ihn gedemütigt und blamiert, ihm alles genommen, was er besessen hatte. Na ja, fast alles. Sein Haus und seine Leidenschaft waren ihm geblieben – sein Job allerdings nicht. Genauso wenig wie ein schmerzhaft großer Teil seines Geldes und sein Lieblingsort in dieser Stadt.
Nie wieder würde er in den Club gehen und sich an dem Anblick der halbnackten Sklaven erfreuen können, die winselnd und flehend zu den Füßen ihrer Herrn knieten. Nie wieder würde er sich dort sein eigenes Spielzeug suchen und mit nach Hause nehmen können.
Ein zweiter Pfeil folgte und traf den kleinen Satansbraten direkt in eines der strahlend blauen Augen. Auskratzen wollte er sie ihm. Nein, ausbrennen. Mit glühend heißen Metallstangen. Jede einzelne Sommersprosse wollte er diesem Köter aus seinem Gesicht schneiden, bis er sich selbst nicht mehr wiedererkannte.
Wenn man es so betrachtete, war es vielleicht gar nicht so gut, ihn zu blenden. Dann könnte er nicht mehr in den Spiegel sehen und die hässliche Fratze bewundern, die er ihm zufügen würde.
Ein unheilvolles Lachen drang aus seiner Kehle. Er warf den dritten Dartpfeil und die silberne Spitze durchbohrte das kümmerliche Herz seines Opfers. Herausreißen würde er es ihm. Herausreißen und anschließend zerquetschen.
Er erhob sich und ging zur Wand, an der das durchlöcherte Foto hing. Betont langsam zog er die Pfeile wieder heraus, fast sanft ging er dabei vor, dann strich er mit der Fingerkuppe über das lachende Gesicht.
»Du wirst dafür bezahlen, Kleiner. Mit jeder Faser deines Körpers.«
Kapitel 1
Herr und Meister

»Wenn du mich noch einmal fragst, ob ich mir sicher bin, dann beiß ich dir in die Brustwarze.« Riley grinste von einem Ohr zum anderen, hauchte Kjell einen Kuss auf die Lippen und nahm seinen Worten so ihre Schärfe. Trotzdem erntete er einen skeptischen Blick und einen Klapps auf den Hintern.
»Schön.« Kjells Augenbraue wanderte weiter nach oben. »Dann beweise es.«
»Mache ich!«
Damit wandte er sich ab und ließ den Blick kurz durch das überfüllte Kaminzimmer schweifen. Seit er mit Kjell zusammen war, hatte er dieses Haus noch nie so voll erlebt. Aber es gefiel ihm. Zumal fast jeder anwesende Gast auch ein Besucher ihres Lieblingsclubs war. Die gesamte Szene hatte sich hier versammelt, um Johns Geburtstag zu feiern.
Meister mit ihren Sklaven hatten es sich auf Sesseln und Sitzkissen gemütlich gemacht, standen am Kamin oder unterhielten sich an einem der Stehtische miteinander. Hier war alles ganz harmlos, auch wenn sehr viel nackte Haut zu sehen war. Aber Riley wusste, was sich in den Gästezimmern abspielte.
Schließlich machte er sein Ziel aus: das Geburtstagskind. Er rückte sein Halsband zurecht, strich sich über die schwarzen Lederpants und tigerte alleine auf John zu. Der Mann stand mit einem Glas Wein am Fenster und beobachtete die Schar der Gäste mit einem verträumten Lächeln. Als er Riley erkannte, glitt sein Blick für ein paar Sekunden über seinen bloßen Oberkörper. Erst als Riley vor ihm stehen blieb, sah er ihm wieder in die Augen.
»Und? Schon jemanden gefunden, der Euch gefällt, Meister John?«
Die Lippen des Anwalts kräuselten sich zu einem unterdrückten Grinsen. Riley kam noch etwas näher, schmiegte sich an den verboten weichen Anzug, als wäre es das normalste der Welt.
»Noch nicht«, entgegnete John und starrte ihn so intensiv an, dass Riley sicher war, er vermied absichtlich den Blick auf seinen Körper. »Was … tust du?«
»Ich überreiche Euch Euer Geburtstagsgeschenk.« Sanft griff Riley nach der Hand des Älteren und führte sie an seine Brust – ohne den Blickkontakt dabei zu unterbrechen. »Meister Kjell hat mir gesagt, dass Ihr … Erfahrungen mit Sklavenschmuck habt.«
Die Hitze stieg ihm in die Wangen, aber Riley versuchte, es zu ignorieren. Er war sich seiner Sache sicher! Seit gut einer Woche schon. Und er war auf diesen Abend vorbereitet. Auf eine Nacht mit Kjell und seinem besten Freund.
»Sklavenschmuck? Du meinst …« Jetzt löste John den Blick von ihm und musterte seine Brust. Riley nutzte diese Gelegenheit und fuhr sich mit den Fingern über die Brustwarze. Johns Hand folgte dieser Geste automatisch. Er schluckte.
»Ja. Ich will Piercings. Meister Kjell hat es erlaubt … wenn du sie mir machen möchtest.« Jetzt glühte sein Gesicht wie eine rote Ampel und in seinem Hals bildete sich ein dicker Kloß. John sah sich um, bis er fand, wonach er suchte: Kjell. Riley wusste, dass die Freunde sich ein kurzes Blickduell lieferten, dann schaute John wieder zu ihm hinunter.
»Du willst also, dass ich dir an meinem Geburtstag die Brustwarzen durchsteche?«
Riley nickte benommen.
»Dann bitte mich darum!«
Kjell hatte ihn davor gewarnt. Er hatte gesagt, dass John ein Meister des Spiels war und sich diese Chance nicht entgehen lassen würde. Aber Riley hatte sich entschieden und jetzt würde er es auch durchziehen. Koste es, was es wolle.
Er schob sich dichter an den breitschultrigen Meister, bis er wieder den weichen Zwirn seines dunkelblauen Anzugs an der eigenen Brust spürte.
»Bitte, Meister John. Tut mir diesen Gefallen und … ich werde mich entsprechend dafür bedanken.«
»Wirst du das?«
»Ja, Meister.«
»Und Kjell hat das alles erlaubt?«
»Das hat er.«
Riley spürte, wie sich ihm jemand von hinten näherte und schließlich über seinen Rücken streichelte.
»Das habe ich«, mischte sich die dunkle Stimme seines Herrn ein. Riley wandte den Kopf. Unter dem stolzen Blick seines Meisters wurden ihm die Knie weich. »Ich hatte zwar bis eben damit gerechnet, dass der Kleine einen Rückzieher macht, aber offenbar meint er es mit seinem Geburtstagsgeschenk wirklich ernst.«
Um Kjells Worte zu bestätigen, nickte Riley so gelassen wie möglich, obwohl sein Gesicht immer noch heiß war und seine Finger vor Aufregung etwas zitterten.
Abwechselnd sah er von John zu Kjell und wieder zurück.
»Du leihst mir für heute Nacht wirklich deinen Sklaven?«
»So ungefähr«, sagte Kjell und nahm John das Weinglas aus der Hand. »Ich möchte dabei sein. Das ist die einzige Bedingung.«
»Womit habe ich mir diese Ehre verdient?«
»Oh, das darfst du nicht mich fragen, mein Freund. Es war seine Idee.« Mit einem Kopfrucken wies er auf seinen Sklaven, den er auch liebevoll Lee nannte. Riley versuchte den Kloß in seinem Hals herunterzuschlucken, als beide Männer ihn auf einmal ansahen.
»So?« John legte die Finger unter Rileys Kinn, um zu verhindern, dass er sich abwandte. »Wie kamst du darauf?«
»Nun … ich … also …« Konnten seine Wangen ein noch dunkleres Rot annehmen? Inzwischen sah er wahrscheinlich aus wie der Teppich, auf dem er stand! »Du …« Ein heftiges Kneifen in seine Brustwarze ließ ihn aufschreien.
»Wie bitte?« John sah ihn tadelnd an.
»Ihr!«, platzte es aus Riley heraus. »Ihr … Ihr fliegt demnächst für eine längere Zeit weg und …«
Er unterbrach sich ein weiteres Mal. Gott, war das peinlich.
»Und?«
»Und … und da habe ich gedacht … Vielleicht würde es Euch freuen, wenn Ihr … wenn Ihr vorher noch mal jemanden hättet.«
»Erzähl ihm die ganze Geschichte, Lee«, warf Kjell mit mahnender Stimme ein. Ergeben schloss Riley die Augen. Wieso um alles in der Welt hatte er diese Idee nur mit Kjell geteilt? Wieso hatte er sie nicht für sich behalten?
»Ja, erzähl mir die ganze Geschichte … Lee.« John sprach seinen Spitznamen so aus, als koste er einen teuren Wein und ließe sich die Silbe auf der Zunge zergehen.
»Ich … Ich habe von Euch geträumt«, presste Riley schließlich hervor. Am liebsten hätte er auf den Boden gestarrt, aber John hielt sein Kinn weiter fest und so entging ihm der überraschte Ausdruck in den Augen des Mannes nicht.
»Du hast von mir geträumt?«
»Das hat er. Und dafür habe ich ihm den Hintern versohlt«, sagte Kjell. Er leerte das Weinglas mit einem Schluck und stellte es dann auf die Fensterbank hinter John. »Danach fand ich seine Idee aber durchaus reizvoll, also erlaubte ich ihm, dir dieses Geschenk zu machen.«
Die beiden Freunde sahen sich einen Moment eindringlich an, dann trat John einen Schritt um Riley herum und schloss Kjell in die Arme. Wahnsinn. Riley hatte geahnt, dass er sich freuen würde, aber in diesem Moment wirkte John wie ein Teenager, dem man sein erstes eigenes Auto geschenkt hatte.
»Danke, Mann. Das ist … wirklich großartig.«
Riley lächelte zufrieden.
»Und ich darf ihm wirklich Brustwarzenpiercings verpassen? Bist du dir sicher?«
»So sicher, wie Riley es mit seiner Entscheidung war, sich dir anzubieten. Ja.« Die beiden wandten ihre Aufmerksamkeit wieder Riley zu. Zwei Paar Augen fixierten seine Nippel, die sich prompt zusammenzogen, als Riley von einem Schauer erfasst wurde.

Ende der Leseprobe

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