Die Idee (Part 1)

Ohne Idee, keine Geschichte

Ich denke, wir sind uns einig darüber, dass es ohne eine entsprechende Idee, keine Geschichte geben kann – zumindest keine gute. In vielen Fällen ist schon eine Idee vorhanden, mag sie noch so klein und unscheinbar sein.

Bei mir beginnt fast jede Idee mit einem Charakter. Ich habe ihn vor Augen. Seine Geschichte spinnt sich in meinem Kopf schneller zusammen, als ich schreiben kann. Manchmal ist es auch der „Rote Fanden“, der mir als erstes in den Sinn kommt. Ein Bild. Ein Satz. Ein kurzer Dialog, zu dem ich noch nicht einmal die Personen kenne, die ihn führen.

Egal wie klein die Idee auch sein mag, sie muss festgehalten werden. Entweder direkt in eine Datei auf dem Computer oder in meinem kleinen schwarzen Notizbuch. Zwischen den vollgeschriebenen Seiten dort, findet sich immer mal eine einzelne Seite, auf der lediglich ein winziger Fetzen festgehalten ist, der es nie zu mehr gebracht hat. Vielleicht bekommt er noch ein Zuhause, vielleicht auch nicht. Aber so geht er zumindest nicht verloren, denn meine Notizen hüte ich, wie meinen Augapfel.

So fängt es an: Mit einem kleinen Schnipsel. Einem einzigen Gedanken, der nun ausgebaut, gehegt und gepflegt werden will.

Ideen ausbauen
Meistens bauen sich die kleinen Ideen, die Sprösslinge, von ganz alleine aus. Ich schreibe den Gedanken auf, und noch bevor der Stift das Papier wieder verlassen hat, weiß ich, was als nächstes aufgeschrieben werden muss. Seite um Seite füllt sich, bis ein großes Wirrwarr zusammengekommen ist, das nun feinsäuberlich sortiert und zurechtgestutzt werden muss.

So einfach ist das? Nicht unbedingt. Erstens ist dieses Wirrwarr oft nicht sonderlich überschaubar, und zweitens läuft es nicht immer so mühelos. Es kommt auch vor, dass dieser eine Grundgedanke verloren auf der Seite stehen bleibt. Die Gedanken sind nicht einfach weitergeflossen, sondern stecken geblieben. Und was jetzt?

Option Nummer 1: Ich klappe das Notizbuch zu. Momentan habe ich eh keine Zeit, mich damit auseinander zu setzen. Ich wollte ja nur diesen Sprössling festhalten, bevor er irgendwo in den komplizierten Windungen meines Verstandes verschwindet und in Vergessenheit gerät.

Option Nummer 2: Ich starre den Sprössling unverwandt an! Die Idee gefällt mir, und ich weiß, sie wird mich nicht so schnell wieder loslassen, wenn ich ihr jetzt keine Beachtung schenke. Also muss weitergestrickt werden, bis ein Gefühl der Zufriedenheit durch meinen Körper strömt und mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Option Nummer 1 gibt nicht viel Material für diesen Abschnitt her, also entscheiden wir uns für die 2: Weiterstricken!

Mir persönlich macht dieser Teil immer sehr viel Spaß. Ich schreibe und schreibe und nehme dabei so sehr an Geschwindigkeit zu, dass ich genau weiß, ich werde später Schwierigkeiten haben, dieses „Gekrakel“ noch zu entziffern. Aber das ist vollkommen egal. Mein Kopf ist überfüllt und wird nur immer voller. Alles muss raus, weil ich mich sonst auf nichts anderes mehr konzentrieren kann. Immerhin will ich nicht riskieren, das Baby ins Katzenklo zu setzen und der Katze die Flasche zu geben. Also muss alles raus.

Das Ergebnis kann ganz unterschiedlich aussehen. Meistens ist es ein fortlaufender Text, der sich in vielen Punkten selbst widerspricht. Manchmal sieht es aber auch aus, wie eine (sehr unübersichtliche) Mindmap. Diese Seiten in meinen Notizbüchern gefallen mir immer am meisten. Verschiedene Handlungsstränge, verschiedene Möglichkeiten. Aus der Grundidee, die in eine große Blase ganz oben auf der Seite steht, wachsen weitere Blasen. Jede Blase ist ein Punkt der Geschichte, von wo aus es in verschiedene Richtungen weiter geht, sodass ein Labyrinth an Möglichkeiten entsteht.

Bsp.:

BLOG_NOTES

Und nur eine dieser Möglichkeiten kann sich durchsetzen. Um Himmels willen! Aber dazu später mehr. Die Idee ist erfasst und mit dem Rest beschäftigen wir uns, wenn es richtig an die Arbeit geht!

~*~

Noch Fragen zu diesem Thema? Bestimmte Bereiche, auf die ich näher eingehen soll oder ähnliches? Dann hinterlasst einfach einen Kommentar mit euren Wünschen, oder wendet euch per Mail an mich 🙂

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